Danke, dass Ihr Werbung anguckt!

Letztens fiel in einem Gespräch der Satz „Ach, die Werbung bei Youtube nervt mich ja schon manchmal…“. Da habe ich erst einmal aufgehorcht – Werbung? Wo ist denn bitte auf Youtube Werbung?
Auf die verwunderte Rückfrage wurde mir erklärt, dass auf der Webseite doch Werbung sei und in die Videos auch Werbung eingeblendet würde. Erst dann fiel bei mir der Groschen – mein Gegenüber verwendete keinen Werbeblocker.
Als ich erklärte, was ein Werbeblocker macht und wie das Internet dann wirkt, kam ein ungläubiges „Ach, sowas geht? Ist ja irre, wie bekomme ich den?“.

Als Informatiker bin ich immer wieder erstaunt, wie wenige Leute sich mit der Technik beschäftigen, die sie benutzen. Darunter fällt, dass vielen nicht klar ist, dass es Browser-Plugins gibt oder dass die Funktionsweise von Programmen nicht in Beton gegossen ist.

Ich bin diesen ganzen Leuten sehr dankbar! Sie sorgen dafür, dass die vielen kostenlosen Dienste, die sich über Werbung finanzieren, existieren können.
(Klingt egoistisch und opportunistisch – aber dadurch wird es für mich erträglicher, damit umzugehen, dass viele Leute scheinbar die Werbung aushalten und der Leidensdruck für sie nicht hoch genug ist, um etwas dagegen unternehmen zu wollen.)

Statistiken

Ich wollte wissen, wie viele Leute überhaupt von der Existenz der Adblocker wissen und diese auch einsetzen. Es ist aber sehr schwer im Internet Statistiken darüber zu finden. Eine Statistik hatte ich gefunden, musste aber feststellen, dass sie hinter einer Paywall liegt. Sowas verlinke ich nicht.
In einem Artikel der Computerbase ist angegeben, dass sie 2008 einen Anteil von 18,8% Benutzer mit Adblockern unter ihren Besuchern hatten. Das ist vier Jahre her und ein eher technisch orientiertes Publikum. Je nach Webseite wird der Anteil der Adblock-Benutzer variieren – das dürfte für Facebook gerade gut sein, da dort (Klischeeannahme!) vermutlich der Anteil der technisch bewanderten Leute sehr gering sein dürfte. Aber Facebook hat ganz andere Sorgen:  Dort wird mit der Mobilnutzung ihres Netzwerkes gekämpft, bei der es ungleich schwieriger ist, Werbung einzublenden.

Werbung – der Fremdkörper

Die Werbung, die den Besucher stört, tritt als Fremdkörper auf. Meistens sind es Werbe-Banner, Popups, Text-Werbung… ihr kennt das alles – oder auch nicht, wenn ihr Werbeblocker benutzt. (Kleines Experiment: Einen zweiten Browser benutzen, eine beliebige Webseite aufmachen und mitzählen, nach wie vielen Sekunden ihr wieder zu eurem Browser mit Adblock zurückwollt.)

Werbung nervt nicht nur, lenkt ab und hindert den Besucher am entspannten Konsumieren des Inhalts – sie frisst auch unnötig Bandbreite (stell dir vor, du bist per UMTS online…), verbraucht zusätzlichen Strom (Laptop, Tablet, …) und erstellt oftmals ungewünscht Personenprofile über den Besucher, sofern er sich nicht mit weiteren Plugins schützt. Auf einem Vortrag beim 28C3 hörte ich mal, dass Werbevertriebsplattformen nur drei Seitenaufrufe mitverfolgen müssen um die vierte besuchte Internetadresse mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vorhersagen zu können.

Aber Werbeblocker sind böse!

So sehen viele Blogeinträge aus, die man findet, wenn man nach Adblock sucht. Dort beschweren sich Webmaster, dass die Besucher sie um ihre einzige Einnahmequelle bringen würden, wenn sie Werbeblocker verwenden. Ich habe sogar einen Beitrag gefunden, der bei Mozilla im Forum gefordert hat, man sollte doch Adblock aus dem Addon-Index nehmen. Ich habe ein wenig gelacht.

Die Argumentationslinie, die man am häufigsten findet, geht etwa so:
„Wenn ich meine exklusiven Inhalte schon freiwillig kostenlos ins Internet stelle und Werbung drumherum drappiere, dann erwarte ich auch, dass ihr gefälligst meine Werbung anguckt, damit ich auch etwas davon habe.“

Darauf folgt dann eine Diskussion, wie man etwa Adblock-Benutzer aussperren oder gezielt darauf hinweisen könnte, dass sie doch bitte auf dieser Seite ihren Adblocker ausmachen. Dieser Artikel beschäftigt sich damit und enthält einige gute Gedanken. Die Diskussion unter dem Artikel schweift dann wieder sehr schnell in das „Mimimi, die sind alle böse!“ ab. Und das bringt nichts.
Solange ich Herr über mein Gerät bin, kann ich entscheiden, wie die Daten darauf verarbeitet werden – also auch, ob ich Werbung sehen möchte oder nicht. Ende der Diskussion. (Und Anfang für die geschlossenen Infrastrukturen von iOS, Android und Spielekonsolen, bei denen der Benutzer nur einen sehr beschänkten Einfluss auf die Verarbeitung hat.)

Alle Aussperren!?

Wenn ein Webmaster sich dazu entscheidet, die Besucher zu drangsalieren, die Adblocker benutzen um sie dazu zu bringen, ihn auf ihren Seiten zu deaktivieren – dann wurde etwas nicht verstanden: Oftmals sind gerade diese eher technisch bewanderten Leute diejenigen, die als „Multiplikatoren“ auftreten – also bei Gefallen den Inhalt über soziale Netzwerke oder eigene Blogs / Medien weiterempfehlen.

Die Rechnung ist einfach: Wenn so jemand von einer Seite begeistert ist und sie weiterempfiehlt, dann wird es viele andere geben, die diesem Ruf folgen und auf die Seite gehen um zu sehen, was da so toll ist. Von diesen Leuten wird im statistischen Mittel auch nur wieder ein geschätztes Fünftel Werbeblocker einsetzen.
Also hat man schon bei einer weiteren Person, die durch die zufriedene Person angelockt wird, den Verlust des Adblockers wieder wett gemacht.
Und bei der zweiten Person hat man gewonnen (manchmal erst bei der dritten, wenn die zweite auch Werbeblocker benutzt 😉 ).

Aber… Geld verdienen! Wie nur… wie?

Es gibt Werbeformen, die nicht als Fremdkörper wirken. Man erinnere sich an Spielezeitschriften. Die bekommen von den Publishern die Spiele vor Verkaufsstart zugeschickt, können pünktlich einen Spieletest veröffentlichen und damit Aufmerksamkeit auf das Spiel lenken.
Das gleiche Prinzip taucht in Podcasts, Blogs, Videos und anderen Veröffentlichungen auf, die sich von ihren Werbepartnern etwas geben lassen, über das sie dann berichten können.

Es gibt auch die Möglichkeit, einen „Sponsored Blogpost“ auf einem Blog einzustreuen. Dabei steht dann deutlich sichtbar (hoffe ich doch!) oben drüber, dass der Blogpost bezahlt wurde. Als Leser komme ich mir dennoch hintergangen vor, denn ich erwarte eigentlich, dass alles, was ich auf dem jeweiligen Portal lese, aus Überzeugung dort veröffentlicht wurde und die Meinung des Veröffentlichers widerspiegelt.

Zurück zu den Produkttests oder dem Prinzip „Hier, ich gebe euch was, das könnt ihr euch anschauen und etwas dazu machen“. Solange es in das Konzept des Mediums passt und die Zielgruppe interessieren könnte, ist es eine gute Sache. Allerdings nur, wenn keine Beschränkungen gemacht werden, wie berichtet werden soll.
Kritische Stimmen sind besonders wichtig, denn sie verleihen dem Beitrag mehr Glaubwürdigkeit.

Der beste Kompromiss ist Werbung, die aus Überzeugung passiert. „Hey guck dir mal das hier an, funktioniert zuverlässig und ich benutze es für XYZ. Aber Dingsbums muss noch gefixt werden, brauche ich aber meist nicht.“ Würde man es sowieso weiterempfehlen, selbst wenn man kein Geld dafür bekommen würde – dann ist es richtig.

Freiwillige Wertschätzung

In meiner Wahrnehmung kommen wir immer mehr in eine Denkweise, bei der eine Haltung vorherscht, dass man etwas zurückgibt, wenn man etwas schönes wahrgenommen hat. Trainiert wird das mit Facebooks „Like“-Button, auf den man klickt, wenn man die Arbeit des Beitragserstellers anerkennt oder signalisieren will, dass es eine gute Idee war, diesen Beitrag zu veröffentlichen.

Diesen Effekt verbindet Flattr mit einer kleinen Geldzahlung. Anstatt also Werbung einzublenden und die Leute zu etwas zu zwingen, das sie nie gewollt haben, könnte man eher den karmamäßig schöneren Weg gehen und dem Besucher ins Bewusstsein rufen, dass er bei Gefallen gerne etwas zurückgeben darf – z.B. in Form eines Flattr-Klicks.

Dabei freuen sich beide Parteien – der Autor muss sich nicht ärgern wegen Adblock-Benutzern und kann sich auf gute Inhalte konzentrieren und der Besucher bekommt eine hübsche Webseite und kann seine Wertschätzung zeigen. Klingt wie Werbung für Flattr, aber ich mag das System einfach (und es IST Werbung für Flattr. Die mir aber nicht dafür extra Geld zahlen… das fällt schon nebenbei ab, wenn Leuten gefällt, was ich hier mache.)

In Kurzform (TL;DR in Neudeutsch)

Werbung in Form persönlicher, ernstgemeinter Empfehlungen und Erfahrungsberichte ist absolut okay, wenn es die Meinung der jeweiligen Person ist. Ansonsten erlaubt einfach, dass man für gute Beiträge Geld gibt, z.B. in Form von Flattr. Werbung möchte ich nicht anschauen müssen, aus der Zeit sind wir langsam raus.

Ergänzung:
Toby und Holgi haben sich auch schonmal über mögliche und erträgliche Werbeformen ausgelassen, das könnt ihr in dieser Podcastfolge nachhören: WR088 Realitätsabgleich: Der Papst

16 Kommentare zu “Danke, dass Ihr Werbung anguckt!

  1. Deus Figendi

    am 11.09.2012 um 17:38

    Ich bin seit geraumer Zeit ohne AddBlocker unterwegs, stattdessen verwende ich mit Firefox Request Policy, das blockiert gar keine Werbung, sondern externe Ressourcen-Zugriffe und nun rate mal was Werbung meistens ist (und sog. Zählpixel selbstverständlich auch). Es Blockiert nebenbei auch Flattr und Twitter und Facebook jeweils wenn es von extern eingebunden wird, denn all diese Dienste funktionieren auch bei lokaler Einbindung… ohne Tracking. Freilich blockiert es zuweilen auch jQuery und googleAPI und so fort aber wenn ich sehe für welchen Kleinkram an Effekten Webmaster in Kauf nehmen, dass ihre Besucher von Google getrackt werden finde ich das okay. Dann hab‘ ich diesen Effekt eben nicht (manche Seiten funktionieren dann allerdings gar nicht).

    Und nun die Überraschung: In Chromium benutze ich nichts dergleichen und dennoch benutze ich den Browser (manchmal). Und ich durfte feststellen, dass die Werberei ganz erträglich geworden ist. Früher gab es auf fast jeder Seite große Layer-Adds, Banner noch und nöcher, blinkende Seitenbalken und hastenichtgesehen.
    Inzwischen ist das auf ein wie ich finde faires Maß zurück gegangen, zumindest bei den meisten Seiten, die ich so besuche. Normale Google-Werbung in Textform oder ein statisches Banner (oder meinetwegen auch mehrere Hauptsache sie bewegen sich nicht). Das ist ein fairer Deal, damit komme ich zurecht und die schau ich mir auch gerne an (früher hab ich auch mal drauf geklickt um dem Autor 0,1ct zukommen zu lassen).

    >> Als Informatiker bin ich immer wieder erstaunt, wie wenige Leute sich mit der Technik beschäftigen, die sie benutzen. Darunter fällt, dass vielen nicht klar ist, dass es Browser-Plugins gibt oder dass die Funktionsweise von Programmen nicht in Beton gegossen ist.

    Ja das ist verblüffend und auch Richter gehen gerne davon aus. Siehe diese Sache mit den Impressa auf Facebook… weil es in der mobileApp nicht sichtbar ist? WTF!? Wenn ich will kann ich mit UserScripts jeden Link ausblenden, der „Impressum“ heißt oder ich mach’s mit Firebug.
    Kurz gesagt: Wie eine Webseite dargestellt wird entscheidet der Browser respektive der Benutzer… aber Gerichte machen einen Unterschied zwischen
    img src=“xyz“
    und
    a href=“xyz“

    schon seltsam… is es doch mein Bier was ich mit dem Text der da reinkommt mache.

    • Faldrian

      am 11.09.2012 um 17:46

      Danke für den Kommentar! 🙂
      Ich benutze für AdBlock noch eine die EasyPrivacy-Liste (https://easylist.adblockplus.org/de/), die mir den ganzen Sozialkrams rausnimmt (für Flattr habe ich dann wieder eine Ausnahmeregel).
      Außerdem noch NoScript und CookieMonster. Damit habe ich das Gefühl, ich hätte das meiste unter Kontrolle.

      Ich habe nur letztens im Google Mail Webinterface gesehen, wie viel Text-Werbung Google schafft da rein zu stopfen. Schon erstaunlich. Aber es stimmt schon, oftmals sind diese Werbeformen nicht mehr so nervtötend wie noch früher. Aber warum soll ich sie mir antun, wenn ich ganz drauf verzichten kann. Ich lasse den Webseiten gerne mal ein paar Cent da, wenn mir etwas gefallen hat. 🙂

  2. frøken

    am 11.09.2012 um 20:24

    Ich schalte meinen Adblocker für Seiten aus, die es mir wert sind, alle anderen kriegen von mir nüschts. Oft ist es nichtmal der Adblocker, der Inhalte blockert, sondern Ghostery.. das lass ich allerdings immer an. Ich bewundere Leute, die Werbung nicht stört – ich komm da nicht dran vorbei. Ich mag mein Internet lieber in schlicht-weißem Frack als bunt und blinkend.

  3. Elektroll

    am 11.09.2012 um 22:45

    Ouch, die Twitter Drohung hat sich bewarheitet 😀
    Sehr nett geschrieben und ich Stimme voll zu. Besonders dem Punkt mit Flattr. Ein direktes Feedback, wie ein Like und man bekommt zusätzlich dafür etwas Geld. Sponsoren finde ich persönlich sehr negativ. Lieber unabhängig arbeiten.

  4. Rasmus

    am 11.09.2012 um 23:04

    Ist ja klar, dass Blogger gerne Geld haben wollen. Man muss ja auch in seiner Freizeit irgendwie Geld verdienen. Und das macht man am besten dadurch, dass man seine Leser mit Werbung nervt?

    Ich wurde schon mehr als einmal aufgefordert „klick mal auf die Werbung“.

    Ich finde Werbung generell ein ziemlich bescheuertes Geschäftsfeld. Wenn man Werbung komplett aus der Gesellschaft verbannen könnte, würde es nichts an der Wirtschaftlichkeit der Gesellschaft ändern. Es würden genausoviele Güter produziert werden und vermutlich fast genau so viele konsumiert. Wer tausend Euro in der Tasche hat, gibt die tausend Euro auch aus (es sei denn, er ist eine Bank), Werbung kann nur die Verteilung des ausgegebenen Geldes beeinflussen, also ob die Leute einen Döner (wenig Werbung) oder einen Burger (sehr viel Werbung) kaufen.

    Ich sage: no mercy for Leute, die einen gewissen Werbeumsatz erwarten und sich über Ab-Blocker aufregen.

    Mir kommt außerdem gerade die Frage, ob ein Adblocker eigentlich nicht eine Verletzung des Urheberrechts ist (wobei ich Urheberrecht für ebenso bescheuert halte), da der Adblocker die im Ganzen ausgelieferte Webseite, also im Zweifelsfall ein Kunstwerk, verändert. Darf der das denn überhaupt?

    • Faldrian

      am 11.09.2012 um 23:09

      Mit dem Urheberrecht hat das absolut keine Berührungspunkte, da du die modifizierte Webseite, wie sie dir angezeigt wird, nicht weiterverbreitest. Diese Darstellung der Webseite wird nur dir auf deinem Rechner angezeigt – sie wird nicht von anderer Stelle auf dem Weg zu dir modifiziert, sondern bei dir.

      Ansonsten sehe ich das mit der Werbung ähnlich, wobei es Konsumgüter wie z.B. Unterhaltungselektronik gibt, bei denen erst durch die ganze Werbung den Leuten eingeredet wird, sie hätten einen Bedarf, den sie stillen müssen. Manchmal wird so erst die Nische geschaffen, auf die das Produkt abzielt. Diese Produkte gäbe es dann nicht oder wären anders / langsamer / als Bastellösungen erfunden worden. Kann aber auch sein, dass ich da grad Quatsch rede. 😉

    • Deus Figendi

      am 12.09.2012 um 06:17

      >> Ist ja klar, dass Blogger gerne Geld haben wollen. Man muss ja auch in seiner Freizeit irgendwie Geld verdienen. Und das macht man am besten dadurch, dass man seine Leser mit Werbung nervt?

      Naja, unter Umständen hat der Betreiber einer Webseite (auch eines Blogs) nicht unerhebliche Kosten. Die meisten Leute werden sich ihr Hosting etc. irgendwie leisten können, aber schon nicht alle (wenn man an Schüler und Erwerbslose denkt, beides Gruppen die auch ins Internet schreiben dürfen und können sollen).
      Aber auch über das Hosting hinaus können Kosten entstehen, vielleicht will man sich ein Design kaufen oder eine Software, man hat Reise- oder andere Kosten bei der Recherche zu irgendeinem Artikel, man will Produkte testen bekommt aber keine Rezensions-Exemplare, also muss man sie kaufen etc.
      Will sagen: Ob Werbung oder nicht, es kann durchaus sein, dass Leute einfach nur ihr Projekt refinanzieren möchten und gar nicht „Geld verdienen“. Dass das Pendel dabei mal in die eine und mal in die andere Richtung ausschlagen kann ist klar 😀

      >> Mir kommt außerdem gerade die Frage, ob ein Adblocker eigentlich nicht eine Verletzung des Urheberrechts ist (wobei ich Urheberrecht für ebenso bescheuert halte), da der Adblocker die im Ganzen ausgelieferte Webseite, also im Zweifelsfall ein Kunstwerk, verändert. Darf der das denn überhaupt?

      Die Überlegung finde ich absurd, der Webserver liefert einen Haufen Buchstaben aus, dann wäre ja jedes Rendering eine Urheberrechtsverletzung, denn es ist ja nicht das was ausgeliefert wird. Nach deiner Interprettation wäre DER Refferenz-Browser (w3m) ja quasi illegal XD
      Nee nee, was ich mit ausgelieferten Quelltext mache ist immernoch mein Bier, wäre ja noch schöner ^^

    • CBiX

      am 12.09.2012 um 05:36

      Danke, super Tip, wird gelesen =)

  5. CBiX

    am 12.09.2012 um 05:28

    Zu Werbung allgemein: Ich finde sie aus gesellschaftlicher Sicht nicht schlecht, sie schafft Arbeitsplätze, informiert und unterhält die Konsumenten. Letzteres manchmal auch unbeabsichtigt, wenn sie z. B. einfach nur lächerlich ist. Leider wirkt sie aber auch auf Kinder und sowieso viele Menschen mit BILD-Meinungsniveau 🙁

    Warum ich trotzdem Ad-Blocker verwende, kein Fernsehen schaue und nur Werbefreie Radios höre? Davon abgesehen, dass ich mir keine Zeit zum fernsehen nehmen will (beim Radio hören kann man wenigstens nebenbei noch programmieren, Sport machen oder einfach die Augen zu haben), macht es die Werbung im Internet einfach nur falsch: Sie lenkt ab (im TV läuft ENTWEDER Content ODER Werbung), sammelt Daten, degradiert gutes Webdesign vom Kunstwerk zur Litfasssäule, verwendet (in Einzelfällen) digitale Mafiamethoden wie Klickjacking/Buttonjacking und frisst wertvolle Netzwerkressourcen.

    Kurz: Internetwerbung ist nicht zukunftsfähig. Wenn z. B. ein Blogger mit seiner Arbeit ernsthaft Geld verdienen will, soll er/sie sich entweder irgendwo einstellen lassen, auf Auftrag arbeiten oder eine Firma gründen und ein Geschäftsmodell überlegen. Dann wird er auch für seine Arbeit bezahlt und nicht für die reine Netzpräsenz.

    Zu Flattr wollte ich jetzt eigentlich nichts schreiben, außer, dass ich es selbst mal verwendet und 12 € inkl. Paypalabzocke investiert habe. Etwas später habe ich gemerkt, dass das ganze System ja irgendwie total ungerecht ist (kann ich auf Anfrage auch noch separat erklären…) und noch später, dass das ja eigentlich gar kein System ist, sondern eine private Firma, die quasi wie eine Bank agiert (also Geld sammelt und wieder ausgibt). Heute bin ich so weit, dass das Prinzip von flattr sowieso inkompatibel zu meiner derzeitigen Wertvorstellung ist. Das selbe gilt übrigens für Paypal selbst, aber das ist eine andere Geschichte 😉

    • Faldrian

      am 12.09.2012 um 09:58

      Mittlerweile ist das beim Fernsehen übrigens nicht mehr so, dass entweder Werbung oder Content läuft… es gab schon früher diese 17-Sekunden Werbeframes, in denen das Formel-1-Rennen weiterläuft, aber der Ton weg ist und Werbung im größeren Teil des Split-Frames angezeigt wird.
      Oder aber die ganzen kleinen Einblendungsbanner, meist mit einem „Pling!“ versehen, die mitten im spannenden Film auftauchen und dich rausreißen um auf irgendwas aufmerksam zu machen.

      Über flattr würde ich mich gern mal mit dir via D*-PN o.ä. unterhalten, magste mir da mal erzählen, wieso das System „total ungerecht“ ist?

    • Bonsaiheld

      am 13.09.2012 um 02:57

      Würde mich interessieren, was bei eurem Gespräch bei rausgekommen ist.

    • Faldrian

      am 13.09.2012 um 09:31

      Bisher kam da noch nichts, ich sag dir dann aber per Mail Bescheid, falls wir da große neue Erkenntnisse gewonnen haben.

  6. treknor

    am 13.09.2012 um 13:45

    Hmm.. ohne Werbeblocker gehe ich privat nicht mehr online. Es nervt mich einfach, also stelle ich es ab. Internetseiten, die Werbung nutze die mein genutzten Blocker umgeht, nutze ich nicht und ich warne dann auch aktiv vor der Nutzer solcher Angebote. Werbung kann schließlich auch ein Sicherheitsproblem sein, daher.. wenn jemand möchte das ich sein kreativen Ergüsse anschaue, kommentiere oder vielleicht sogar was dafür bezahle… dann kann er ruhig werbung machen. Aber nur wenn er auf Popups, Slider, aufdringliche BlinkBilder u.ä. komplett verzichtet. Werbung als sachliche Produktinformation lese ich gern und lasse mich davon auch hin und wieder überzeugen.

    • Deus Figendi

      am 14.09.2012 um 17:39

      >> Internetseiten, die Werbung nutze die mein genutzten Blocker umgeht, nutze ich nicht und ich warne dann auch aktiv vor der Nutzer solcher Angebote.

      In der Annahme, dass du Adblock+ benutzt: Warum erstellst du nicht einfach eine Regel, die dieses „Umgehen“ verhindert? In den meisten Fällen dürfte es ja kein Umgehen sein, sondern du hast einfach keine Blockier-Regel erstellt (oder eine Ausnahme-Regel erstellt).

      Ich kenne nur sehr wenige Seiten, die Werbung-gucken aktiv erzwingen und die befinden sich alle in der schmuddeligen Ecke des Netzes (Filehosting, Pr0n etc.)

  7. […] In den letzten Tagen gab es einige Nachrichten, die nicht so erfreulich waren, wenn man Google-Produkte benutzt. Google Reader wird abgeschaltet und sehr viele Leute im Internet sind frustriert darüber. Vor einigen Jahren hat sich Twitter von den Entwicklern abgewandt und angefangen, ihre Schnittstellen zu schließen bzw. einzuschränken. Auch darüber sind viele Leute nicht glücklich und versuchen mit App.net eine Alternative aufzubauen, für die man bezahlt statt Werbung zu sehen (bzw. nicht, wenn man Adblocker verwendet). […]

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