Ein Licht im Dunkeln

Ich fahre sehr gerne Fahrrad. Es ist ein tolles Verkehrsmittel, belastet die Umwelt nicht durch Abgase, erlaubt kleine Wege zu nehmen und ist gut für die Gesundheit, da man es durch Muskelkraft antreibt.
Es gibt Leute, die fahren im Winter nicht so gerne Fahrrad, gerade wenn Schnee und Eis ist. Bei Eis… ja, das kann ich verstehen. Bei Schnee regt mich eher das ganze Streugut auf, das dafür sorgt, dass die Mechanik im Fahrrad erhöhter Belastung und Korrosion ausgesetzt ist.

Wer doch im Herbst oder Winter mit dem Fahrrad unterwegs ist, steht aber vor einem ganz anderen Problem: Eine auffällige Menge an Radfahrern scheint nicht begriffen zu haben, wie wichtig das Licht am Fahrrad ist. Mittlerweile gibt es sehr gute Lampen, gerade die mit LEDs sind sehr strapazierfähig, wartungsarm (bis da mal etwas kaputt geht, dauerts) und leuchten angenehm hell.
„Aber ich sehe doch alles, ich brauche doch kein Licht.“ ist der Gedankengang, den ich vielen Leuten unterstelle. Oder gerade die Jugendlichen könnten es „uncool“ finden, mit Licht zu fahren. Oder der Dynamo macht so blöde Geräusche bzw. bremst das Fahrrad so sehr aus. Oder man hat sich ein Mountainbike gekauft und vergisst die Stecklichter bzw. hat gar keine.

Das Licht ist nicht für euch, sondern für die Anderen!

Na klar ist es nett, wenn man nicht in jedes Schlagloch fährt, da man sieht, wohin man fährt. Viele Wege sind aber einigermaßen beleuchtet, so dass man durchaus eine Chance hat, nicht im Graben zu landen, auch wenn man keine Beleuchtung am Fahrrad hat.

Gerade im Straßenverkehr wird man aber bei Dunkelheit oder Dämmerung nicht gesehen, wenn man kein Licht an hat. Autofahrer sehen andere Autos an den Scheinwerfern und Rücklichtern – und an diesen Kontrast gewöhnen sich die Augen. Wenn da ein unbeleuchteter Fahrradfahrer vorbeikommt, dann wird er schnell zum Hintergrund gezählt und nicht als Verkehrsteilnehmer wahrgenommen.

Auf reinen Fahrradwegen ist es ähnlich gefährlich. Wenn mir als Fahrradfahrer jemand ohne Licht entgegenkommt, dann sehe ich ihn erst sehr spät – da meine Lampe natürlich nicht so weit leuchtet wie Autoscheinwerfer. Das führt oft dazu, dass man sich erschreckt. In Kombination mit rutschigem Boden durch Eis oder nasse Blätter kann das zu ungewünschten Effekten führen, zumindest aber ärgert man sich, denn die Situation wäre leicht vermeidbar gewesen.

Es gibt aber eine Gruppe, die Licht haben und annähernd ähnlich irritierend sind wie die Dunkelfahrer. Das sind die Leute, die eine tolle LED-Lampe haben, aber diese Lampe so eingestellt haben, dass sie nicht  auf den Boden sondern waagerecht oder nach oben leuchtet. Anstatt dass man diese Leute nicht sieht, wird man beim Auftauchen geblendet und sieht eventuell Passanten nicht mehr, die im Gegenlicht stehen und läuft Gefahr diese zu verletzen.
Auch die Einstellung des Fahrrad-Scheinwerfers ist in der Straßenverkehrsordnung geregelt (§67, (3)). Also etwa 10m vor dem Fahrrad darf das maximal noch auf den Boden leuchten. Und nicht in mein Gesicht. 🙂

Es ist eigentlich gar nicht schwer, ein Fahrrad zu haben und Instandzuhalten, das den Anforderungen der Straßenverkehrsordnung entspricht. Gerade Nabendynamos laufen so leicht, dass man das Licht eigentlich auch dauerhaft eingeschaltet lassen kann und dabei beim Fahren nichts merkt.

Also Licht an und losgesaust. 🙂

6 Kommentare zu “Ein Licht im Dunkeln

  1. mablae

    am 21.11.2012 um 12:30

    Du schreibst mir aus der Seele.

    Grad gestern hätt ich fast n Mädel platt gefahren mit dem Auto, weil kein Licht.

  2. dot_dee

    am 21.11.2012 um 12:37

    Wie recht du hast.
    Ich fahr auch oft und viel mit dem Rad – hier in Freiburg geht das ja auch nicht anders. Und ohne Licht, insbesondere bei Dunkelheit oder dem hier so sehr vorherrschenden Nebel, insbesondere morgens würde ich nicht losfahren wollen.
    Um der Korrosion durch Feuchtigkeit vorzubeugen – Streusalz kommt erst ja noch – hab ich am Montag meine Kette geschmiert. Ist einfach wichtig seinen Drahtesel in Schuss zu halten. Bis vor meinem Umzug hat mir dabei mein Opa geholfen (na gut, er hat gemacht und ich zugeschaut 😀 ) aber jetzt muss ich das selbst machen und bin froh das auch gelernt zu haben ^^

    • Faldrian

      am 21.11.2012 um 12:43

      Ich habe erst durch die Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt und vor allem einen guten Kumpel hier gelernt, wie man Reifen flickt. Ein Fahrrad ist auch deswegen super, weil man so viel Wartungsarbeit noch selber machen kann – im Gegensatz zum Auto.

  3. Ras

    am 21.11.2012 um 14:36

    Nabendynamo und LED-Scheinwerfer sind meine treusten Begleiter – den ganzen Tag. Wenn ich eines Tages von einem Autfahrer überfahren werde, will ich wenigstens ordentlich Schadensersatz bekommen. Und wenn man immer mit Licht unterwegs ist, ist man auch da auf der sicheren Seite.

  4. Benjamin

    am 21.11.2012 um 16:35

    Ich fahre auch gerne und viel mit dem Fahrrad. Ist flexibler als mit den ÖV und so bewege ich mich wenigstens noch etwas, wenn ich sonst nur den ganzen Tag am PC sitze 😉

    Streugut regt mich auch mehr auf als Schnee. Ich fahre eigentlich fast bei jedem Wetter, ausser wenn es beim Hinweg regnet. Weil es doof ist, wenn ich total durchnässt auf der Arbyte ankomme. Beim Rückweg ist hingegen egal, Zuhause kann ich dann wieder was Trockenes anziehen. 🙂

    Und ich kann dir eigentlich nur zustimmen. Hab auch schon mal fast jemanden umgefahren, der ohne Licht gefahren ist. Und was mich auch nervt, sind die, die in alle Richtungen blenden. da sieht man dann ausser das Licht gar nix mehr.

    Nabendynamo ist echt super. Ich will nie mehr ein Fahrrad ohne. 🙂 Und Standlicht ist auch toll, das sieht man dann auch noch wenn man an einer Kreuzung mal anhält. 🙂

  5. Max

    am 21.11.2012 um 21:01

    Och … ich habe vor ein paar Tagen ein Auto ohne Licht durch das Stadttor fahren sehen, als ich aus der Innenstadt durch das Tor rausfahren wollte. Habe die Dame gleich mal mit dem Abblendlicht durch kurzes Aufleuchten darauf hingewiesen; die hat mich nur angesehen, gelacht und das Licht angemacht (das Gesicht der Frau hat man wegen der Straßenlaternen gut sehen können).

    Das mit den Fahrradlampen kann ich auch nur so unterschreiben. Mir ist da zum Glück noch nichts passiert. Wundert mich eigentlich, weil mein Weg zur Arbeit doch recht günstig angelegt ist, um schnell ohne Auto in diverse Teile der Stadt zu kommen. Dass die Lichthöhe sogar im Gesetz geregelt ist, wusste ich gar nicht. Bildungsauftrag erfüllt 😉

    Grüße,
    Max

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