Bastelanleitung: Das Akkupack

Der erste Prototyp meines Akkupacks hat nochmal einige Wandlungen durchgemacht. Das erste große Problem war die Hitzeentwicklung. Anfangs hatte ich einen recht kleinen Kühlkörper am Spannungsregler montiert, der ziemlich heiß wurde. Da ich keine Lust auf schmelzende Jackentaschen und durchgebrannte Bauteile hatte, musste der anders dimensioniert werden.

Auf der Suche nach einem Kühlkörper und einiger Hilfe zum Bearbeiten und Montieren bin ich in den Hackspace „Mainframe“ in Oldenburg gegangen. An dieser Stelle ein großer Dank für die Hilfe und Unterstützung. 🙂
Damit der größere Kühlkörper Platz findet, musste ich den Spannungsregler auf die andere Seite der Platine löten. Das Entlöten von 3 Beinchen war keine einfache Angelegenheit und die Leiterbahnen haben sehr darunter gelitten.

Das zweite Problem trat dann später bei der Benutzung in der Jackentasche auf. Zuerst hatte ich die Kabel einfach so angelötet, aber es gab viele mechanische Belastung auf die Lötstellen, da ich beim Fahrradfahren die Gegenstände in meiner Jackentasche quasi „durchknete“. Daraufhin ein eine Ader abgebrochen, sehr ungünstig. Deshalb habe ich jetzt noch zwei Löcher in die Platine gebohrt und eine Zugentlastung für das Kabel gemacht – das funktioniert gut.

Hier sind ein paar Ansichten von der aktuellen Version (draufklicken für eine große Version eines Bildes).

Nachbauen

Der Schaltplan ist denkbar einfach, im Batteriebetrieb kann man sich sogar die beiden Kondensatoren sparen, da kein Ripple in der Spannung ist, der ausgeglichen werden müsste. Ich hatte sie trotzdem eingebaut, da ich mich an den Beispielaufbau im Datenblatt halten wollte. Als Spannungsregler kommt der L 4940 V5 zum Einsatz, die Kondensatoren sind einfache 22µF-Elektroly-Kondensatoren. Hier der Aufbau auf der Streifenplatine:

Schaltplan_AkkupackAnmerkungen:

  1. Die Verbindung der D- und D+ Leiterbahnen ist notwendig, damit die USB-Buchse als „USB Charger“ vom Smartphone erkannt wird. Das ist ein Standard, der festgelegt wurde für Geräte, die diese Information nicht über Datenpakete geben können (weil es eben dumme Elektronik ist und kein Computer).
  2. Hier einfach die Leiterbahnen unterbrechen, z.B. mit einem Dremel wegfräsen o.ä. – damit ist das Design der Platine relativ kompakt.

Beim Akku-Anschluss muss eine Spannung > 6V angelegt werden, dann funktioniert das. Die Details können am Besten dem Datenblatt des Spannungsreglers entnommen werden.
Ich hoffe das ist verständlich erklärt, falls Fragen zum Nachbau oder dem Teil an sich bestehen, gerne in die Kommentare. 🙂

8 Kommentare zu “Bastelanleitung: Das Akkupack

  1. Trini

    am 13.03.2013 um 17:09

    Wie viel hat das insgesamt gekostet? Also mit Akkus/Batterien und elektronik?

    • Faldrian

      am 13.03.2013 um 17:15

      Ich brauchte:
      2x Kondensator, 1x USB-Buchse, 1x Batteriehalter, 1x Batterieclip, 1x Spannungsregler, 6x AA-Akku
      Das ist zusammen: 16.72 € (komplett so bei Reichelt kaufbar)

      Nicht dabei ist die Platine, da hatte ich noch ein Reststück herumliegen.

      Für die Akkus brauchst du natürlich noch ein Ladegerät, mit dem du die aufladen kannst. Habe 2700mAh Sanyo-Akkus genommen.

    • Trini

      am 13.03.2013 um 17:23

      okay danke 😀 ich werd mal schaun obs ich mir baue wenn mein akku nachlässt, momentan reicht der den ganzen tag inkl. spielen

    • Faldrian

      am 13.03.2013 um 17:26

      Es gibt auch fertige Lösungen zu kaufen, also schau dir das auch erstmal an. Vielleicht ist das nochmal preisgünstiger als diese Bastelei. Mich hat es einfach mal gereizt. 🙂

    • Trini

      am 13.03.2013 um 20:08

      Ich werd mal schaunen 😉

  2. Rex McMammoth

    am 20.03.2013 um 11:38

    Nanu, gar kein Modellbauakku? Konnte das Problem des geringen Stromdurchsatzes denn mit neuen Akkus geklärt werden oder gab es noch andere Gründe?

    • Faldrian

      am 20.03.2013 um 11:43

      Die Mignon-Akkus waren einfach wesentlich zu alt. Aktuell wird der Ladestrom durch die Verbinder und das Kabel von den Akkus zur Platine begrenzt, habe ich das Gefühl. Oder das Telefon will nicht mehr Strom, als es aktuell zieht.
      Dafür reicht es mit dieser Konstruktion aus, dass mein Handy schön geladen wird nicht immer zwischen Laden und Entladen hin und herpendelt, wenn ich Ingress spiele.

      Die Idee mit den Modellbauakkus war gut, aber für AA-Akkus habe ich bereits ein Ladegerät und das lässt sich auch mobil besser mitnehmen, z.B. auf den Congress. Für Modellbauakkus müsste ich mit für NiHM ein neues Ladegerät holen und meistens sind die Teile etwas schwerer und größer.

      Letztendlich hat für meine Version eigentlich nur der Punkt Anschaffungskosten eine Rolle gespielt, mit Modellbauakku geht sicher auch. Das wäre dann auch eine gute Variante, wenn man ein Tablet damit laden will, weil da ganz sicher mehr Strom fließen will. 🙂

  3. ThomasG

    am 05.06.2013 um 13:34

    Die letzten Basteleien von Spannungsregler waren bei mir eher depri. nachdem ich mir ein Teil im WWW gekauft habe. Hauptvorteil ist der hohe Wirkungsgrad >90% und damit eine kaum feststellbare Erwärtmung. Aber auch der Akku hält erheblich länger. Bei verwende ich eine LiIon-Zelle(3,7V 5,6Ah) aus einem defekten Notebookakku, Händyakku geht aber auch. Dazu koste die Teile auch noch weniger.

    http://www.ebay.de/itm/DC-1V-5V-auf-USB-5V-1-5A-Stepup-Spannungswandler-/190788089861?pt=Bauteile&hash=item2c6bdb3805

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