Platzkonzert mit Filmmusik

Heute ist Sonntag und ich fahre mal nicht zu meinen Eltern. Trotzdem brauchte ich etwas zum Fotografieren – also schnell in mein Tablet „Veranstaltungen Oldenburg heute“ gesprochen und auf der Oldenburger Veranstaltungsseite das „Platzkonzert: Sinfonisches Blasorchester Oldenburg und Phileutonia Eindhoven“ gefunden. Es war schon fast 11 Uhr, also schnell aufs Fahrrad und los!

Dirigentenspaß

Eigentlich bin ich nur dorthin, weil ich etwas zum Fotografieren brauchte. Ich konnte mir so etwa vorstellen, was ein Blasorchester so spielt – aber als ich es hörte, war ich schwer begeistert. Fragt mich nicht nach den Namen der Stücke, darin bin ich eher schlecht, obwohl sie angekündigt wurden. Es war jedenfalls auch eine Orchesterversion vom „Fluch der Karibik“-Soundtrack dabei… gemeinerweise wurde die zum Ende des Konzerts nochmal gespielt, so dass ich mit einem Ohrwurm richtung Zuhause radelte.

Marktplatz ist gefüllt Ein großes kombiniertes Orchester

Das Publikum bestand vorwiegend aus den Leuten, die morgens um 11 Uhr an einem Sonntag bereits wach und unterwegs sind – Senioren und Enkelkinder. Das fand ich ein wenig Schade, weil die Musik für viel mehr Leute interessant gewesen wäre. Trotzdem war der Marktplatz gut besucht und im großen Spendenkoffer zeigte sich gegen Ende die Dankbarkeit und Begeisterung des Publikums.

ZerrspiegelKonzentration

Es war schön zuzusehen, mit welche Konzentration die Instrumente gespielt wurden und das zeigte sich auch in dem, was da letztendlich zu hören war. Das Wetter war bedeckt, bis auf einen Moment, als die Sonne hervorlukte und der Szene mehr Glanz verlieh.

Der Einsatz

Als Dirigent muss man schon ein wenig eine Rampensau sein, dachte ich mir zwischendurch – außerdem scheint es regelrecht eine Sportart zu sein, so viel Körpereinsatz wie dabei gefordert wird. Dafür haben sich die beiden Dirigenten (Sander Teepen aus Eindhoven und Matthias Elsaeßer aus Oldenburg) immer abgewechselt und konnten ihren Ausdruck und ihre Energie auf die Musiker übersprühen lassen.

Da vorne noch etwas...

Weil’s so schön ist, hier noch ein paar Bilder, welche Mimik da an den Tag gelegt wird:

Wait for it...Energie!

Während kurz vor Ende von dem Musiker, der die ganzen Überleitungen und Ankündigungen zwischen den Stücken gemacht hat, der Abspann und die Danksagungen gesprochen wurden, verschwand einer der Dirigenten und kam mit zwei Bier wieder. Man merkte, wie sich alle Fotografen auf dieses Ereignis stürzten und das Publikum sich kringelte vor Lachen.

Darauf erstmal ein Bierchen

Und dirigieren… das geht wohl auch mit einer Hand. Zumindest der Anfang wurde kurz angefangen, dann meinte er „Ach, die können das auch alleine.“ und ging an die Seite zu seinem Kollegen.

Geht auch einhändig

Mit Kennerblick wurde von der Seite dann kontrolliert, ob die Musiker der Orchester das Stück auch alleine hinbekommen. Soweit ich mich erinner, war es das gleiche, was ganz zu Beginn als Auftakt gespielt wurde und schien eher eins zu sein, was sowieso „in Trockenen Tüchern“ liegt.

Ohne uns spielen die auch ganz gut...

Insgesamt eine sehr amüsante und kurzweilige Veranstaltung, ich habe gar nicht mitbekommen, wo denn die eineinhalb Stunden geblieben sind, die ich da war. Hinterher stand ich dann noch da und habe die Musik innerlich nachklingen lassen. Ich wusste gar nicht, wohin ich sollte, eher wie hingestellt und nicht abgeholt. Vielleicht war ich noch auf einer anderen Ebene am Schweben…

Aber auch die Musiker schienen viel Spaß gehabt zu haben, überall fand ich nur zufriedene Gesichter.

Nachglanz

Meinetwegen darf so eine Veranstaltung gerne viel öfter stattfinden, ich fand es klasse! Und wenn ihr in eurer Stadt vielleicht mal in Veranstaltungskalender schaut und so etwas nicht als „Naja, Blasmusik“ abstempelt, sondern einfach mal hingeht, könntet ihr auch so begeistert werden wie ich heute. 🙂

2 Kommentare zu “Platzkonzert mit Filmmusik

  1. Finn

    am 19.05.2013 um 20:23

    Ja hallo,
    ich kann mich da absolut anschließen, denn man sollte niemals eine Musikart abstempeln- es gibt so viel richtig gut gemachtes! Ich bin zum Beispiel ein großer Fan von Jazz, Rock’n’Roll und Blasmusik. Komische Kombination? Ja man hört auch modernes oder Filmmusik, aber es kommt immer darauf an, wie etwas gemacht wird und wenn Spaß an der Freud überwiegt, ist das richtig genial.
    DIe Fotos sind toll Faldrian, auch der Artikel 🙂 Man muss ja auch echt nicht die Namen der Stücke kennen- wieso auch? Hauptsache man kann es genießen 🙂

    • Faldrian

      am 19.05.2013 um 20:27

      Danke für den Kommentar!
      Ich musste hier aus 142 Fotos die besten raussuchen, die dann im Artikel gelandet sind. Vielleicht ist das mit der Musik auch erst so eine Erkenntnis, die bei mir recht spät kommt. Früher bin ich vor allem auf der Radio-motivierten Musikschiene gefahren bzw. ein paar Nischen gehabt – aber ich habe mir kaum etwas aus Live-Musik gemacht.
      Ich glaube in Zukunft werde ich viel mehr auf Live-Konzerte beinahe jeglicher Art gehen, wenn die Zeit reicht. Live klingt so vieles einfach gut. 🙂

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