Schwarzweiß

Münster vor düsterem HimmelEinstellungenIch habe mal ein Experiment gewagt. Da ich in letzter Zeit einige Fotopodcasts höre und auch mitbekomme, dass manche Leute sich absichtlich den Problemen der Analogfotografie aussetzen dachte ich mir, ich probiere auch mal aus, wie es ist, wenn man sich Beschränkungen auferlegt.

Daher habe ich meine Kamera auf Seitenverhältnis 1:1 und Schwarzweiß mit Rotfilter gestellt. Außerdem war meine Maßgabe, dass ich die Fotos hinterher unbearbeitet verwenden wollte – was bedeutet, dass ich vorher die Belichtung richtig hinbekommen muss und ich mit Seitenverhältnis 1:1 irgendwie klarkommen muss.

Fotos knipsenHunde ausführen

Das Wetter war sowieso bewölkt und daher eher düster und trist, daher war die Idee mit den schwarzweißen Bildern nicht so kontraproduktiv, da es Kontraste stark hervorhebt und die Farben bei dem Wetter sowieso nicht so leuchtend gewesen wären.

Und plötzlich: Musik!

Als ich dann durch die Innenstadt schlenderte, wurde ich magisch von einer fetzigen Kombo angezogen, vor der sich schon ein ganz ordentliches Publikum versammelt hatte: Die Jungs von airbrass.ch.

Airbrass.chHochkonzentriert Guck mal in die Kamera Na wo ist das Vögelchen? Das muss deren Hausfotograf oder -videograf sein, wenn er den Jungs die Kamera so ins Gesicht drückt. Schöne Szene, hab ich erst hinterher gesehen, dass ich den Moment gut erwischt habe.

Danke für die MusikDa kommt Stimmung rausIch mag solche Musik ja… da ist so viel Schwung und gute Laune drin, das reißt automatisch mit. 🙂

Es gab auch spannende Szenen im Publikum zu beobachten, z.B. ein Herr, der mit seinem riesengroßen iPad gefilmt hat… direkt vor einem Laden, auf dem „Jedes Jahr ein neues Smartphone!“ steht. Aber irgendwie … traue ich mich nicht das Foto zu veröffentlichen, da es vermutlich rechtlich nicht ganz vernünftig ist, da ich von dem Herrn keine Einwilligung habe (außer der Tatsache, dass er sich in einem Ort mit vielen vielen Kameras längere Zeit aufgehalten hat – zählt das als Einwilligung durch Handlung?).

ich hoffe euch gefiel der kleine S/W-Ausflug. Demnächst dann wieder in Farbe… obwohl ich das hier schon spannend fand.

5 Kommentare zu “Schwarzweiß

  1. Thomas L.

    am 19.04.2014 um 19:22

    Immer wieder erstaunlich, welchen Effekt es hat, die Farben einfach mal weg zu lassen 🙂 Schöne Bilder!

    LG Thomas

  2. Christian

    am 19.04.2014 um 23:45

    Schönes Experiment. Allerdings muss ich zugeben, stört mich leicht der Begriff „Schwarzweiß“, da man ja in dem Fall ja eher von „Graustufen“ sprechen sollte. Bei mir kribbelts jedes Mal, wenn jemand S/W schreibt, sorry! 😀
    Aber es stimmt, dieses Grau sorgt für einen schönen Kontrast, insbesondere, wenn man die zufriedenen, grinsenden Musiker sieht, dabei aber alles trostlos wirkt.
    Dennoch würde ich in der heutigen Zeit ohnehin eher standardmäßig erst nachträglich ein Bild in Graustufen umwandeln, etwa über GIMP.
    Direkt im S/W Modus(*gnarf*) zu fotografieren, und dann nachträglich alles per Hand einzufärben ist ein Krampf. Aber Bilder sagen ja mehr als 1000 Worte, daher:
    http://abload.de/img/einfrben_hoffnungslosfpx5p.jpg
    Die Wiese geht schon so ziemlich, der Rest ist aber größtenteils Mist, insbesondere den Bogen und das Dach rechts mit dem Kopierstempel weiterzubasteln war ein Krampf. War aber damals eine Aufgabe in der Berufsschule. Ist nichtmal so lange her.

    Nebenbei, das Entwickeln von Analogbildern ist auch eine Sache für sich. Letztens habe ich meine alte Analogkamera ausgepackt und wollte sie probeweise entwickeln. Das pure Belichten kostet 4€, das geht noch. Aber jedes der 36 Bilder noch professionell entwickeln zu lassen, ist eine andere Sache. Und nur mit der belichteten Version kann man nichts anfangen. Es kommt bei sowas kein Negativ heraus, welches man im GIMP einfach Invertieren könnte.
    Da muss man schon mit locker 15-20€ rechnen, und da muss man bedenken, ob das einem etwas wert ist.
    In meinem Fall habe ich für mich dann beschlossen, bei der Sofortbildfotografie zu bleiben. Fuji führt mit seiner „Instax“ Reihe die Sofortbildfotografie ziemlich gut fort, und die Bilder, die aus dem Teil herauskommen, die sind farblich ziemlich gut.
    Nachteil, für 20 Bilder zahlt man auch seine knapp 20€ :/ Ein Hingucker waren die Bilder dennoch auf jeder Geburtsfeier 😉

    Übrigens,auch wenn der Graustufeneffekt bei einigen Bildern noch sehr gut zur Geltung, beim ersten Bild vermischen sich die Äste des Baums doch schon sehr arg. Das wird zu einer ekligen Pampe, und durch das Grau wirkt es unnatürlich.

    Nicht alles ist schön, was graut, oder so…? 🙂

    • Faldrian

      am 20.04.2014 um 00:01

      Also: Ich habe mit voller Absicht die Kamera auf BW gestellt (ja, es ist Schwarz/Weiß, weil „Schwarz“ und „Weiß“ die einzigen „Farben“ sind, die noch darin enthalten sind, im Gegensatz zu „Bunt“ – und jetzt krümm dich vor Schmerzen :P), damit ich diese Limitierung gleich bei der Aufnahme schon habe. Ich wollte diese Bilder nie in bunt haben.

      Was die Äste auf dem ersten Bild angeht – ich denke dass die noch mehr „grau“ geworden sind, da eben der Rotfilter das mit den grünen Blättern macht. Aber ich finde, das ist dem Bild nicht abträglich, matschig und eklige Pampe ist das nicht. Klar wirkt grau unnatürlich, da wir im Alltag einfach Farben sehen. Aber das ist gewollt und ich mag das Bild. 🙂

      Die Idee mit der Instax-Kamera ist gar nicht so schlecht… damit ist man dann auch vorsichtiger, was für Fotos man macht, wenn es gleich Geld kostet.

    • Christian

      am 20.04.2014 um 02:54

      Dass es Absicht war, habe ich doch herausgelesen, keine Sorge ;)\nIch habe das Bild leicht herangezoomt im Firefox, die Blätter scheinen etwas zu verwischen, leicht zu verschmelzen.\nOben der Baumgipfel wirkt noch normal, weiter nach unten verkommt der Baum mehr zu etwas, was sich für mich leicht in Richtung „Zeichnung“ annähert. Ab da wird es leicht surreal.\nWomöglich wird da mit der grauen Farbe eine leichte optische Täuschung erzielt. \nWir halten fest, Graustufen/SW Bilder können optische Täuschungen hervorrufen.(Jedenfalls bei mir 😉 )\n\nIch erklär nur mal ganz kurz, warum ich zwischen SW und Graustufen unterscheide. Da ich die Infografik der Schule nicht zur Hand habe:\n- Schwarz-Weiß-Bildern -> 1 Bildpixel hat 1 Bit, also 2 Tonwerte\n- Graustufenbildern -> 1 Bildpixel hat 1 Byte, also 8 Bit, also 256 Tonwerte\nEin SW Bild wäre z.B also das Logo von VW, da es nur aus einer Farbe ohne Abstufungen besteht. Entweder Schwarz oder nicht schwarz, und das kommt auf weißes Papier.\nBei Graustufenbildern kann es dann schon wieder heißen „dunkelschwarz“ „hellschwarz“ „mittelhelldunkelschwarz“ usw.\n\nWürde deine Fuji eher in Richtung SW gehen, hätte man eher die Qualität vom Gameboy Printer. Kennst du noch zufällig die Gameboy Camera? So in etwa würde es dann aussehen :D\n\nWie schon erwähnt, für besondere Anlässe sind Sofortbildkameras eine nette Abwechslung. Und man überlegt wirklich mehrfach, ob man ausgerechnet JETZT abdrücken soll. Ich kann dir nur empfehlen, auf Sonderangebote zu achten, mit etwas Glück bekommt man die Dinger sehr günstig. Auf Ebay geht es schon teils für 30€ weg, neu kostet es doppelt so viel. \nEs ist kein günstiges Hobby, aber anzuschauen, wie sich das eigene Bild langsam entwickelt, das ist unbezahlbar. Und wenn man wie wir die 80er nicht soooo sehr miterlebt hat, umso besser das „Retrofeeling“ mit einer Kamera Baujahr 2010! :D\nÜbrigens; Wenn das fertig entwickelte Bild nun auch noch Linseneffekte hat, die man davor nicht hat kommen sehen, umso besser. Ich verlinke an dieser Stelle das fast einzige und wohl gleichzeitig gelungenste Naturbild meiner Sofortbild:\nhttp://mrchrodo.deviantart.com/art/Beautiful-Fuji-Instax-100-381408899

    • Faldrian

      am 20.04.2014 um 09:41

      Du brauchst mir nicht zu erklären, was Graustufen in der Informationsverarbeitung sind – ich beschäftige mich seit > 15 Jahren mit Computerkrams und hab das studiert.\n\nDer Kern warum das trotzdem Schwarzweiß heißt – und auch so zu heißen hat – kommt aus der Fotografie. Da hatten die keine Bits und diskrete Zustände – oder aber doch, wenn du dir Film anguckst. Ein Partikelmolekül auf dem Film kann durch ein Photon belichtet werden oder nicht. Damit ist es schwarz oder weiß. Bittesehr, schwarzweiß. :P\n\nDas instax-Bild da ist echt nett. Nur irgendwie ironisch, dass man das dann einscannt um es Leuten zeigen zu können. 😀

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