Photoidentitätsgedanken

Achtung: Rant.

Ich habe heute Mittag meine Fotos vom Mittelaltermarkt in Horb veröffentlicht. Ich lade meistens auch alle Fotos zu Flickr und eine kleine Auswahl zu 500px. 500px funktioniert dabei ziemlich gut als Feedback-Kanal, da dort die „Likes“ und „Favs“ gemeinsam zu einem Puls verbunden wurden (Hatte ich hier schonmal drüber geschrieben).

Da mache ich die krassesten Fotos  und lade ein Set von Fotos hoch – dabei solche Leckerbissen:

Welches Bild räumt total ab und bekommen ordentlich Aufmerksamkeit? 08/15 Spielkram mit Tiefenschärfe / Unschärfe:

SchmuckSchmuckBei dem Foto habe ich wirklich vor dem Schmuck gestanden und gedacht: „Okay, mach mal ein Foto. Hat auf dem letzten Mittelaltermarkt schon gut funktioniert, mach mal. Einfach, damit du es hast, vielleicht interessiert es ja jemanden bzw. es rundet das Bouquet der Foto-Geschichte ab.“

(Rechts das Foto von letztem Jahr)

Für solche Fotos muss ich nichtmal zum Mittelaltermarkt fahren, das kann ich auch in der Fußgängerzone in Konstanz machen oder so…

Genauso übrigens mit ein paar Naturfotos (obwohl ich badende Tauben dort hatte).

Klar, das wissen die Leute nicht, die es anklicken und toll finden. Vielleicht ist es auch ein hübsches Foto, aber letztlich kriege ich das nicht in meinen Kopf rein, wieso jemand so etwas spannender oder interessanter findet als eine nette Verhandlungsszene zwischen Schmied und Kunden oder die quirligen Verwirbelungen des sanft schmauchenden Schmiedefeuers…

Und jetzt die Totschlagargumente gegen mich selbst:

  1. Dann mach doch nicht solche Fotos, wenn du sie langweilig findest!
  2. Hat doch nicht jeder den gleichen Geschmack! Und trotzdem toll, das für andere Leute auch was dabei war!
  3. Machst du die  Fotos für dich oder für „das Internet“? Falls letzteres, dann hast du doch dein Ziel erreicht.
  4. Fotos werden in sozialen Medien (aka. Foto-Sharing-Webseite) anders wahrgenommen als von einem Publikum, das die „Sprache“ von Fotos spricht…

Ungefähr so…

Letztlich werde ich doch nichts ändern, aber ich merke langsam, dass ich einige Fotos gar nicht mehr mache, obwohl ich sie vermutlich technisch gut machen könnte – ich weiß nur schon vorher, dass sie mich beim Review am Rechner nicht umhauen werden und ich sie dann auch aussortieren werde.

Fazit: Ich muss für mich mal mehr definieren, was für Fotos ich genau machen möchte… und dann gezielt danach streben. Die 100 Strangers waren ein Versuch, vielleicht verfolge ich den noch weiter. Event-Fotografie ist ein anderer Ansatz, der mich nochmal deutlich mehr reizt, da es über den Abend verteilt eine Geschichte zu erzählen gibt.

Mal schauen wohin das führt. Nich falsch verstehen: Ich bin darüber jetzt nicht unglücklich, aber dieser krasse Unterschied in Wertschätzung hat mich grad umgehauen. 😉

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