Meine Version von „A week without Google“

Der Blogpost “A week without Google” hat mich mal veranlasst zu schauen, welche Probleme die Person hatte ohne Google klarzukommen… und auf welche Probleme ich hier vielleicht stoßen würde. Ich verwende mal die gleichen Kategorien wie der Autor des Textes und gebe meine Antworten.\n\n\n\n\n\n\n

Android

\n\nIch benutze es… und habe damit keine Probleme. Ich habe Netzwerk / Internet fast immer aus und benutze bis auf den Play-Store keine Google-Services auf dem Gerät. Mit dem Nexus 5 habe ich ein Gerät, auf dem vanilla Android läuft, da es gut funktioniert hatte ich noch keinen Bedarf zu Cyanogenmod oder derartigem zu wechseln. \nTrotzdem beobachte ich Firefox OS aktiv, denn die Ansätze sind gut und da ich ein bisschen Mozilla-Fanboy bin, würde es mich freuen, wenn es irgendwann (und die App-Landschaft) soweit ist, dass man damit im Alltag all das bewerkstelligt bekommt, was ich derzeit mit den Apps auf Android mache.\n\n\n

\n\nDuckduckgo. Funktioniert prima, wenn man die richtigen Suchbegriffe verwendet findet es genau das, was ich möchte. Die Vorschauansicht für bekannte Dienste (Stackoverflow, Wikipedia, …) ist sehr schön, wenn man echt nur mal eben einen Anstoß brauchte und gar nicht in die Details möchte. Ansonsten sind die Bang-Kommandos auch prima, wenn man mit !g dann doch mal auf google suchen muss, weil man nach 30 Minuten Recherche verzweifelt denkt, dass da doch noch mehr sein muss. Ist aber oftmals nicht der Fall.\n\n\n

Email

\n\nIch war früher schon bei web.de und gmail… und bin mittlerweile bei einem Freund auf seinem Mailserver. Das kann ich auch nur wärmstens empfehlen (obwohl sicher nicht jeder die Möglichkeit dazu hat). Ansonsten gibt es ja auch Email-Provider, bei denen man einen kleinen Obulus bezahlt und dann vernünftigen Service bekommt und denen einigermaßen vertrauen kann, dass sie keinen Blödsinn mit den Daten anstellen (vielleicht posteo.de).\n\nAnsonsten ergeht folgender Tipp – falls ihr Mailanbieter wechseln müsst: Kauft euch eine Domain. Irgendwas nettes. Und dann legt ihr euch dort eine Mailweiterleitung an und leitet die Mails immer dorthin weiter, wo ihr derzeit euer Email-Postfach habt. Damit habt ihr nach außen hin immer eine Mailadresse, rennt nie mit @web.de oder @gmail.com herum (und beugt damit der “arbeitest du für yahoo?”-Reaktion aus dem anderen Blogpost vor). Das ist sehr bequem und ihr habt keine Hürde im Kopf oder nicht das Gefühl, dass euch der Dienst, bei dem ihr derzeit eure Mails habt, mithilfe der Mailadresse quasi als Geisel nimmt… weil ja eben alle die Mailadresse kennen und sie weg sein wird, wenn man den Dienst wechselt.\n\n\n

Calendar

\n\nOwncloud. Synct zum Thunderbird, synct zum Android, hat eine Weboberfläche (wenn auch nicht wirklich gut). Über CalDAV kann man aber die volle Macht der Termine mit allen Einstellungen nutzen, auch wenn diese Einstellungen nicht in der Weboberfläche bei Owncloud auftauchen.\n\n\n

Contacts

\n\nDiese Kategorie blieb im Blogbeitrag unerwähnt, aber ich möchte sie trotzdem mit aufführen. Meine Lösung: Ebenfalls Owncloud. Es verhält sich so ziemlich genauso wie beim Kalender. Für Android installiert man sich wieder den passenden Sync-Adapter, für Thunderbird gibts das SoGo-Plugin. Bei diesen ganzen Adaptern muss man ein wenig herumtesten, bis man sich ganz sicher sein kann, dass sie zuverlässig funktionieren. Wenn man sein Gerät nicht dauernd am Internet hat, kann es auch mal sein, dass über eine gewisse Zeit kein Sync stattfindet, dann muss man bei Verdacht den Sync per hand anstupsen (aus der Konten-Ansicht in den Einstellungen).\n\n\n

Maps

\n\nOpenstreetmap. Mit vielen Herzchen. 🙂 \nAuf dem Android benutze ich da OsmAnd. Zum testen kann man die Free-Version verwenden, aber für aktuelle Karten ohne viel händischen Aufwand (und um die Entwicklung zu unterstützen!) empfehle ich, das bisschen Geld für die Plus-Version auszugeben. Als Fahrrad-Navi unverzichtbar und für die Offline-Kartenansicht in höchster Qualität einfach großartig.\n\n\n

\n\nSiehe Maps. Ich bin lange Fahrradtouren mit einem am Lenker befestigten Smartphone gefahren und habe OsmAnd benutzt – großartig.\n\n\n

Street view

\n\nBrauche ich nicht… ich glaube ich benutze das nie.\n\n\n

Google docs

\n\nFür kollaboratives Schreiben benutze ich eine Etherpad-Instanz. Ansonsten kann man Dokumente gut auf der Owncloud ablegen und mit irgendwelchen Tools (also auch Libreoffice oder so) bearbeiten. Darüber hinaus mache ich kaum kollaborativen Bürokram… und wenn man in Gemeinschaft ein größeres Textprojekt machen will, dann benutzt man besser LaTeX und GIT als Versionskontrolle.\n\n\n

Chat

\n\nJabber / XMPP. Funktioniert am Rechner, auf dem Smartphone – alles super. Mit Conversations gibt es auch einen prima Android-Client, der kaum Akku verbraucht und ziemlich gut mit wackeligen Internetverbindungen klarkommt. Lässt sich so sorgenfrei benutzen wie Google Hangouts oder Whatsapp (habe ich mir sagen lassen, habe nie Whatsapp benutzt).\n\n\n

International Calls

\n\nMache ich gar nicht. Ansonsten für Videocalls benutze ich Skype, obwohl ich gerne Firefox Hello verwenden würde, meine bisherigen Erfahrungen waren da aber eher nicht so überwältigend. Für Voice-Only (Podcats, Radiosendungen, Teamsitzungen) kann man sehr gut Mumble benutzen – da weiß man auch, wo die Daten langfließen, bei Skype hört ja fast jede Organisation zu.\n\n\n

Google Drive

\n\nOwncloud.\n\n\n

Youtube

\n\nHm… nö, ich glaube da brauche ich keine Alternative. Der Service ist so “weit” von meinen persönlichen Daten entfernt, dass ich da keine große Sorge beim Benutzen habe.\n\n\n

Notes

\n\nManchmal schreibe ich mir E-Mails. Ansonsten benutze ich Wunderlist, suche aber eigentlich noch eine opensource / selfhosting Alternative, die ähnlichen Komfort bietet.\n\n\n

Website Analytics

\n\nIch verwende Piwik und bin damit ziemlich zufrieden. Im Gegensatz zum Autor des Blogposts hatte ich keine Probleme das aufzusetzen, das ging recht fix und die automatischen Updates sind auch immer reibungsfrei bisher.\n\n\n

Chrome

\n\nIch benutze Chrome nur als Netflix-Player und als Youtube-Player (da Videos mit DASH-Wiedergabe, d.h. Full-HD oder größer, im Firefox derzeit noch nicht laufen und auf die 720p-Variante zurückgegriffen wird). Für alles andere verwende ich Firefox und ich kann mit den Dev-Tools von Chrome und von Safari echt nicht umgehen… mit denen vom Firefox komme ich so viel besser klar, das ist echt irre. Von daher verstehe ich gar nicht, welche Uralt-Version oder was genau sich der Autor des Blogposts angeschaut hat, um zu der Schlussfolgerung zu kommen, dass das für Devs nicht passt… die sind super!\n\n\n

Zusammenfassung

\n\nInsgesamt habe ich das Gefühl, dass meine Berührungspunkte zu Google relativ schmal sind und (bis auf Android) kaum wichtige Infrastruktur betreffen. Wenn Google plötzlich weg sein würde, käme ich noch prima klar (würde mir nen anderes OS aufs Smartphone flashen und gut ist). \nIch fand im Blogpost auch interessant, dass so wichtige Infrastruktur wie Kontakte vergessen wurden… gehört das für den Autor “zum Gerät” dazu und war er dann ganz glücklich, als sein Apple-Device automatisch den ganzen Kram mit seiner iCloud gemacht hat? Von einem restriktiven Habitat ins nächste, gratuliere. :P\n\nVielleicht hat dieser Blogpost den einen oder anderen inspiriert, wünsche euch auf jeden Fall viel Spaß beim Umrüsten. 😉

Dieser Beitrag wurde in abgelegt. Für Bookmarks: Permalink.

6 Kommentare zu “Meine Version von „A week without Google“

  1. Thor77

    am 27.07.2015 um 10:29

    Der Autor des „Original“ Projekts wollte einfach nur weg von Google, da war es ihm dann anscheinend egal, das seine Alternativen genauso schlimm oder noch schlimmer (Aspekt Datenschutz) sind, wie Google. Dir geht es ja eher darum, weg von Datensammlern und Proprietärem Zeugs.
    Ich finde deinen Artikel für mich deutlich interessanter da ich doch so langsam mal komplett von Google weg möchte (zumindest Mail, Kalender und Kontakte) und du hier tolle Alternativen aufgezeigt hast 🙂

    • Pandora

      am 27.07.2015 um 13:55

      Muss Thor77 hier recht geben, Google gegen Yahoo tauschen ist jetzt nicht so der Hammer.\n\nDa hat Bryan Lunduke einen schöneren und ausführlicheren Artikel in (bisher) 6 Teilen, mit dem er sein Leben unter die eigene Kontrolle stellen will:\nhttp://www.networkworld.com/article/2940176/opensource-subnet/kicking-google-out-of-my-life-day-1.html\n\nDie restlichen Teile gibts hier

  2. Pandora

    am 27.07.2015 um 14:01

    PS: Für Tasks und Notes kann man auch Tasks verwenden. Synct über CalDav in einen Kalender (oder so, keine Ahnung, habs mir nicht angeschaut, funktioniert aber).

    • Faldrian

      am 05.08.2015 um 17:54

      Hmja schon, aber ich möchte OsmAnd ja trotzdem noch Geld hinwerfen. Hätte denen auch einfach Spenden können, nachdem ich es mir über FDroid gezogen habe, aber joa… also fDroid kenne ich, es ist bei mir immer eine bewusste Entscheidung unter Abwägung vieler Alternativen, wenn ich irgendeine App kaufe.\n\nWegen DDG … naja es gibt viele Metasuchmaschinen, die dann anonymisiert andere Indices verwenden und so. Ist am Ende halt eine Geschmackssache, ich mag die shorthands bei DDG sehr gern und auch die Darstellung gefällt mir. Ob man dort „mehr“ findet – glaube ich nicht. Bei Startpage findest du, was google kennt. Bei DDG findest du, was einige andere Suchmaschinen gemeinsam kennen. Die Quelle ist eine andere und damit auch die Sortierung und Gewichtung der Ergebnisse.

Schreibe einen Kommentar

Deine Email wird nicht veröffentlicht, Name und Email müssen angegeben werden.