Rheinfall

Bestes FahrradwetterIch habe in der Nähe von Konstanz schon ziemlich viel per Rad erkundet. Eigentlich so viel, dass ich nach neuen Zielen suchte, die innerhalb eines Tages erreichbar waren. Da es mit dem Fahrrad allein nicht mehr machbar war, ist die nächste Idee, dass ich eine Teilstrecke mit dem Zug fahre. Und plötzlich rücken neue spannende Ziele in erreichbare Nähe – beispielsweise der Rheinfall.

Diese Fahrradtour kann ich allen empfehlen, die aus Konstanz oder Singen oder dem Bereich dazwischen kommen und einfach eine nette kleine Tagestour haben wollen. Man muss dafür nicht besonders trainiert sein und ist die ganze Zeit von schöner Landschaft umgebene und hat ein verlockendes Ziel. Am Ende war ich inklusive der Lauferei am Rheinfall bei 60km für Hin- und Zurück (in 4h reiner gemütlicher Fahrzeit).

Mit dem SBB ist der Spaß ziemlich günstig, ein Fahrrad kostet den ganzen Tag egal wie weit gerade mal 3,50 €. Also bin ich von Konstanz nach Singen mit dem Zug und von dort mit dem Fahrrad weiter. Zuerst ging es über Ramsen nach Bibermühle, von dort folgte ich dann dem Radweg „Rheintal-Weg“ bis zum Rheinfall (Karte). Den gleichen Weg habe ich zurück genommen, denn da war es bereits einige Stunden später, somit stand die Sonne ganz anders und die Landschaft änderte sich dadurch erneut.

Der Weg ist das Ziel Radfahren – und dieser Weg war sehr schön. 🙂

Bunte Kacheln StrommastenMohn Mohn MohnAn dieser Stelle war ich bei Bibermühle und bog in den Wald, der die einzige Stelle auf der ganzen Tour ist, die steil war. Dort ging es etwa 50m hoch, dann durch den Wald und dann wieder langsam hinunter auf Flussniveau. Als der Wald sich öffnete strahlt mich eine Mohnblume im Kornfeld an… 🙂

Wiederauftauchen aus dem WaldWeiter geht es an Diessenhofen vorbei nach Schaffhausen.

Diessenhofen Munot Schaffhausen EisenbahnbrückeNein, das hier ist noch nicht der Rheinfall… sondern das Kraftwerk Schaffhausen.

Nicht der RheinfallDer letzte Weg am Rhein entlang enthält noch mal ein wenig Steigung, aber zur Not kann man die auch schieben. Dann ist man da, kann sein Fahrrad abstellen und loslaufen (es gibt Fahrradständer und Toiletten, dort kann man neben dem Offensichtlichen auch die Trinkflaschen wieder auffüllen). Damit im Folgenden der Überblick nicht verloren geht, hier ein direkter Link zur Übersicht in OSM.

Brücke über den RheinfallÜberall wächst etwas Schloss Laufen mit ZugDie Schweizer neigen dazu, überall eine Bahn lang zu bauen. Ansonsten scheint man auch das Gefühl zu haben, sie hätten Eisenbahn deutlich besser verstanden als die Bevölkerung Deutschlands… ich finde das sympathisch.

Schloss Laufen mit BrückeAuf der anderen Seite der Brücke angekommen ergibt sich dann ein besserer Blick auf die ganze Anlage. Rechts vom Schloss ist der Bereich, für den man tatsächlich Eintritt bezahlen muss (da wird keine Gelegenheit ausgelassen, Touristen auszunehmen). Den Bereich hab ich mir dann großzügig geschenkt, Fototechnisch hab ich das nicht nötig. 🙂

Gaffen auf allen Ebenen Mitten drin statt nur dabei TouristenkreislaufIch hatte das 55-200mm und mein 32mm Objektiv mit, daher gibt es keine weitwinkligere Aufnahme der ganzen Anlage – bei Bedarf findet ihr das sowieso im Netz. Hier nochmal ein Überblick mit dem Schloss und dem Rheinfall… und dann bewegen wir uns weiter ins Wasser.

Rheinfall im Überblick Rauschende Wassermassen BlubbWas Wasser tobte sich da richtig schön aus. Durch den Aufgewirbelten Wassernebel war die Umgebung so feucht, dass Pflanzen ihre wahre Freude hatten.

Gut gegossen Kleiner Durchfluss Was für 'ne Brandung!Von diesem optischen Tauchgang rudern wir nochmal etwas zurück und betrachten das Ganze. Mittlerweile bin ich komplett herunter gelaufen und nun auf Ebene des Beckens, in das der Rheinfall fließt.

WassernebelDie Touristenboote bringen Leute zum Großen Rheinfelsen und drehen ansonsten auch eine kleine Runde. Es gibt Fahrten mit verschiedenen Längen, bei denen die Boote teilweise dicht an den Rheinfall heranfahren, damit die Leute dem Getöse zuhören können. Oder bei dem heißen Wetter eine Dusche bekommen. Wenn sie auf dem Felsen fertig sind mit Gucken, werden sie wieder abgeholt.

Großer Rheinfallfelsen Warten auf den Bus Gesamtbild RheinfallDort waren richtig viele Touristen… irgendwie auch klar. Sehr viele dieser Touristen haben mit Selfie-Sticks Fotos gemacht. Jeder wollte sich vor dem Wasserfall fotografieren. Da frage ich mich… brauchen sie so ein Foto „Ich war am Rheinfall, schau wie cool ich bin“ weil sie es selber wollen – oder damit sie ihren Facebook-Freunden oder Instagram-Freunden in nichts nachstehen? Damit sie sich hinterher nicht anhören müssen „aber warum hast du kein Selfie gemacht, wenn du schon mal da warst“?

Ich glaube ich checks nicht. Macht nichts. 🙂 Andere Leute haben einfach ihr Smartphone benutzt um den Wasserfall aufzunehmen – ohne Person davor.

Handyfotos.Hier nochmal der Blick auf die Touristenboote und der Einladestelle.

Touristenbeladestelle Guck mal, WasserUnd schließlich: Natürlich gibt es auch eine Bahnstrecke, die um das Becken herumführt… würde sonst ja auch fehlen. 😉

Per Zug besichtigenDamit ging es wieder auf den Rückweg. Die Verpflegung war aufgegessen und an Sonne reichte es mir langsam – Zeit, dass ich wieder etwas Fahrtwind vom Fahrrad bekomme.

Blumenwiese KornfeldAuf der Zielgeraden nach Singen wurde die Festungsruine Hohentwiel schön angeleuchtet. 🙂

Festungsruine HohentwielDamit wünsche ich euch einen schönen Abend und falls ihr in der Gegend wohnt – macht die Tour mal und erzählt wie es war.

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