Verkehrszentrum München (Museum)

StraßenanordungAls dritten Standort des Deuschen Museums in München bin ich im Verkehrszentrum gewesen. Nachdem ich von von der Flugwerft Schleißheim nicht so überwältigt war, konnte mich das Verkehrszentrum wieder beeindrucken.

Das Museum ist in drei große Hallen aufgeteilt: Die erste Halle enthält viel zum Stadtverkehr und dem Zusammenspiel zwischen Mensch und Verkehr. In der zweiten Halle geht es eher ums Reisen, dort stehen einige Züge und es gibt eine Gliederung, in der die Geschichte des Reisens erzählt wird. Die dritte Halle ist eher der Fortbewegung aus sportlichen Aspekten gewidmet und enthält alte Rennwagen, experimentelle Wagen und noch viel Krimskrams, bei dem ich nicht klar ausmachen konnte, wie der sich in die Halle einfügt.

Taxi in MexikoIn Taxi in Mexiko. Über 20 Millionen Käfer wurden in Mexiko gebaut, irgendwie auch verständlich wenn er dann zu solchen Massenaufgaben wie einem Taxi-Auto herangezogen wird.

Beim nächsten Bild (ich kannte die Marke nicht) musste ich dran denken, dass man Tinder vielleicht in Deutschland so genannt hätte. 😉

So hätte Tinder früher geheißenFrühe Motorräder waren im Wesentlichen stabilere Fahrräder, in die irgendwie ein Motor eingebastelt wurde. Teilweise wurde gekuppelt, in dem der Riemen durchrutschte und dann angepresst wurde, damit die Kraftübertragung stattfand. Ob die knapp 6 PS viel oder wenig waren… da kenne ich mich gar nicht aus. Den anderen Ausstellungsstücken nach schien das eine übliche Größenordnung für die Zeit zu sein.

PhänomenPacken wir einfach mal ein Rad mehr dran – und man bekommt den Dreiradwagen. Das Design ist total klasse und immerhin finden da schon zwei Leute drauf Platz. Von der Form her erinnert mich das an einige moderne Liegefahrräder. Der Kolben mit den schwarzen Kühlrippen und dem nach hinten gerade ausgeführten Auspuff hat was… 🙂

DreiradwagenRepariert, gebaut und gepflegt wurden die Fahrräder (und vielleicht auch Autos, Motorräder?) in einer guten alten Fahrradwerkstatt. Das sieht alles ein wenig aus, wie Opas alter Schuppen von früher. Bei diesem Anblick schlägt mein Steampunk-Herz gleich etwas höher. 🙂

Fahrradwerkstatt Massive KetteOben: Das ginge unter heutigen Fixie-Liebhabern sich wieder für viel Geld über den Tisch – eine sehr massive Kette gewährleistete die Kraftübertragung.

Die ersten Autos sahen noch eher wie Kutschen aus (und erinnerte mich stark an das Gefährt vom Graf von Rummelsdorf). Teilweise hatten diese Autos Blinker, die aus einer kleinen Fahne bestanden, die dann mit einem Hebel zur Seite rausgehalten wurde.

Motorwagen LoreleyWieder etwas für das Steampunk-Herz: Motorradbrillen, bevor es Helme gab… (oder falls dein Auto keine Frontscheibe hatte)

Guter AusblickWidmen wir uns nun der Fortbewegung auf Schienen. Hier gäbe es auch viel zu fotografieren, allerdings habe ich nur wenige der Loks und Waggons aufgenommen und mich mehr auf die Kuriositäten konzentriert. Zum Thema Eisenbahn gibt es in der Wikipedia lang und schlapp alles, was man möchte (die Leute, die da editieren, sind die gleichen Leute, die stundenlang Modellbahnen in ihren Kellern basteln).

StraßenbahnDiese frühen Straßenbahnen hatten noch Charakter… das ist wie mit den Autos. Sobald auf Massenfertigung, Materialeinsparung und Stromlinienform optimiert wird, fängt alles an, gleich auszusehen (logisch, wenn es eine optimale Bauform gibt, zu der alle streben).

Neben der Straßenbahn war noch ein kleines Handbuch zur Schulung von Schaffnern im Straßenbahnbetrieb ausgestellt. Die Zeichnungen waren teilweise sehr direkt im Vermitteln der Lehrinhalte. 😀

Bestechung DurchsetzungsvermögenFrüher gab es kein Druckluft-Bremssystem im Zug. Die Dampflok hat gebremst und je nach Zuglänge reichte dies aber nicht aus um den ganzen Zug rechtzeitig zu bremsen – gerade als die Geschwindigkeiten höher wurden. Daher gab es Waggons mit Bremserhaus angebaut. Über Pfeifsignale von der Lok wurde den Bremsern mitgeteilt, wann sie zu bremsen hatten.

BremswagenOh, da kommt der Zug nach München! Schnell noch den Brief einwerfen, damit er mitgenommen wird. Ein Bahnpostwagen.

Briefkasten am ZugIm Inneren sah es dann so aus – dort wurde die Post sortiert, auch welche, die bereits vorher zugeladen wurde. Schließlich musste die Zeit genutzt werden, in der der Zug fuhr.

PostwaggonMan muss sich mal in die Zeit damals hineinversetzen: Kutschen waren das Transportmittel gewesen und wurden langsam durch Autos abgelöst. Lange Strecken wurden mit der Bahn erledigt, dafür waren LKW noch nicht weit genug entwickelt und die Straßen nicht gut genug ausgebaut. Damit war auch klar, dass die ganzen regelmäßigen planbaren Transportaufgaben der Bahn zufielen. Eigentlich finde ich das schön und würde mir wünschen, dass es heute wieder mehr in die Richtung geht und viele LKW durch die Eisenbahn abgelöst werden.

Reisegepäck sah damals auch noch anders aus. Keine knallbunten Plastik-Hartschalenkoffer mit diversen Flugzeug-Fracht-Zettelchen dran. Eher hat die Dame von Welt noch eine Hutschachtel dabei gehabt… 😉

Altes GepäckZum Abschluss noch ein paar Dinge, die dort einfach herumstanden…

Bergbahn Deinen Mudder ist so breit, sie...Besonders die Aufbereitung des Themas Reisen hat sehr anschaulich gezeigt, wie sich vom berittenen Postkurier über Postkutschen, die ersten Eisenbahnen und der Liniendienst bis hin zu einem geschlossenen Schienennetz das ganze System weiterentwickelt hat. Da merkte ich auch ein wenig, dass die Leute, die im Museum eine Ausstellung kuratieren, sich schon Mühe geben, den Stoff so aufzubereiten, dass man als Besucher an die Hand genommen wird.

Von daher: Vielen Dank für das schöne Museum, eine klare Empfehlung.

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