72 Stunden WIEN

72 Stunden WIENFahr nach Wien, hat er gesagt. Ich kann dort für dich den Fremdenführer spielen, hat er gesagt. Habs gemacht. War ein schönes Wochenende!

Mein Ziel hier war wieder, dass ich gerne das Gefühl auf den Straßen, den Puls der Stadt einfangen wollte… so gut das eben geht, wenn man nur als Tourist durch die Gegend läuft. Deshalb gibt es auch recht wenige der üblichen Sehenswürdigkeiten auf den Fotos und dafür mehr aus der restlichen Innenstadt – was eben meinen Blick gefangen hat.

Los geht es aber mit klassischer Sehenswürdigkeit: Schloss Belvedere. Die Gartenanlagen waren prima. Die Bäume waren teilweise hübsch frisiert.

Schnee im Sommer Oberes Belvedere Zerzauste KräheWeiter ging es am nächsten Tag auf eine größere Entdeckungs-Tour. Fußläufig von meiner Unterkunft war die Seestadt Aspern.

Die Betonbauten und breiten Straßen vermittelten das Gefühl als hätte jemand Cities Skylines (für ältere Semester: Simcity 2000) gespielt und entschlossen ein neues Stadtviertel dorthin zu pflanzen. „Wir brauchen Wohnraum? Da! Da habt ihr Wohnraum! Ich baue sogar extra die U2 bis zu euch, jetzt seid glücklich!“

So schlecht fand ich es aber nicht… es hatte aber etwas nacktes, staubiges … irgendwie eine Art konstruierte Realität.

Seestadt AspernAuf der Donaucity stehen einige Hochhäuser. Es sind nicht viele, aber es reicht aus um den Eindruck „Großstadt“ zu erwecken.

Hochhaus Neue DonauUnd weiter in die Innenstadt. Viele der folgenden Fotos werden hochkant aufgenommen sein, weil es für eine Stadt, in der man sich neben den Hauswänden als Mensch so klein fühlt, einfach angemessen war.

Anscheinend in Wien üblich, aber das hatte ich so auch noch nie erlebt: Kühlung der Markise mit Wassersprengern. 😀

EisdielendachbesprenkelungTelefon to go Abgerüstet In den Seitengassen im Stadtkern fand ich auch Läden, die ich so nie vermutet hätte – wie diesen hier für Spazierstöcke. Vermutlich verkaufen die auch Monokel und Zylinder.

Walking SticksDach des Stephansdom HäuserschluchtenNatürlich gab es auch „richtige“ Touristen. Also diejenigen, die mit einer kleinen Reisegruppe die wichtigen Bauwerke abklappern und sich vor allem fotografieren müssen, damit man den Kollegen und Familie in der Heimat zeigen kann, dass man auch wirklich da war.

TouristenDurch den Stadtpark fließt die Wien, ein winziges Rinnsal von Fluss. Das Graffiti „Way to Wonderland“ ist eins dieser Details, die einen Stadtbesuch für mich so wundervoll machen… dass ich in dem Moment das Gefühl habe, etwas zu entdecken, dass der normale Tourist gar nicht entdecken sollte – aber trotzdem tat. Ein bisschen, als würde die Stadt zu mir sprechen.

Way to Wonderland Die WienSchon von klein auf haben mich U-Bahnen interessiert. Der ganze Nahverkehr in Wien hat sich mir unglaublich positiv präsentiert. Für nur ~17€ konnte ich 72 Stunden lang mit allen Verkehrsmitteln innerhalb der Stadtgrenzen beliebig fahren – das ist touristenfreundlich! Außerdem fahren die U-Bahnen alle 2-5 Minuten, die Busse auch ähnlich… zumindest muss man nie länger als eine Viertelstunde auf irgendwas warten. Dieses Gefühl, nicht zu überlegen „wann“ ich an einer Haltestelle sein muss, sondern sich nur darum kümmern zu müssen, über welche Wegpunkte man ans Ziel kommt – herrlich.

U-BahnDer Plan war, dass wir auf den Stephansdom gehen und von dort eine gute Aussicht haben. Um dorthin zu gelangen, führte unser Weg durch kleine Gassen und immer im Schatten entlang, da es 34°C warm war und die Sonne wirklich keinen Spaß machte.

Frifeur Abstandshalter zwischen Häusern BankIm Bereich des MuseumsQuartier war eine kleine Wasserfläche mit luftgetriebenen fernsteuerbaren Booten befahrbar. Eine schöne Idee um kleine und große Kinder zu bespaßen. 🙂

KinderbespaßungSo, endlich auf dem Turm des Stephansdom angelangt. In einem kleinen Fahrstuhl geht es hinauf und der Spaß kostet touristische 5,50€.

Ausblick vom Stephansdom Umrundend in den Untergrund Weit erstreckt sich die StadtUnten an der Kirchen gibt es einige Maßeinheiten, die dort in den Stein geritzt bzw. geschlagen wurden. So konnte vor der Einführung von Standardeinheiten eine Streitigkeit anhand dieser Maßeinheiten geregelt werden.

Längeneinheiten am StephansdomNach so viel Touristik musste ich wieder in kleine Gässchen – diesmal in Richtung Westbahnhof.

Wo die Wiener wohnen StraßenbahnTeilweise trafen in diesen kleinen Straßen Welten aufeinander … von alten Läden hin zu auf Retro gebürsteten Kneipen. Den Matator Holzbaukasten hätte ich gar nicht gekannt, wenn ich nicht vor einiger Zeit im Deutschen Museum gewesen wäre und dort in der Abteilung „Technisches Spielzeug“ dieser unter anderem ausgestellt gewesen wäre.

Matador Holzbaukasten Rauchrequisiten 8bit bitte!Neben den kleinen Straßen und dem Gefühl, dort entlang zu laufen, wo man die Stadt nicht extra für Touristen aufgemöbelt hat, gab es auch einige wunderbare Graffitis zu sehen, die den Häusern einen gelebten Eindruck verliehen.

Stencil Graffiti StadtgesichterDer Preis für das beste Wortspiel geht eindeutig an den Friseursalon „Stufenschnitt“.

Und der Preis für den besten Wortwitz geht an...Am letzten Tag sind wir auf den Kahlenberg gefahren. Da es warm war und am Vortag geregnet hatte, war die Luft entsprechend mit viel Wasserdampf gefüllt. Dadurch wurden die Fotos eher … sagen wir, es sind Symbolfotos, was man von dort sehen könnte. Würde ich nahe Wien wohnen, würde ich bei Sonnenaufgang nach einer kalten Nacht dort hochgehen um Fotos zu machen.

Genug Brücken MüllverbrennungsanlageDer Turm mit der goldenen Kugel drin ist ein Teil der Müllverbrennungsanlage Spittelau, die von Hundertwasser gestaltet wurde.

Schließlich habe ich am Vormittag bereits die Brücke entdeckt gehabt, an die ich am Abend mit der U2 nochmal zurückgekehrt bin um noch ein Abschlussfoto (oder zwei,  ich kann mich einfach nicht entscheiden) aufzunehmen. Ohne Stativ, einfach auf das Geländer aufgelegt. Ich brauche ein Beanbag.

Danke Wien, du warst eine interessante Stadt. Bis zum nächsten Mal!

Bei Nacht Tschüss, Wien

3 Kommentare zu “72 Stunden WIEN

  1. Alfred

    am 05.07.2016 um 12:33

    Hallo Timo aka Faldrian!
    Na, da hast Du ja einen herrlichen Trip durch meine Vater-Mutter-Stadt erlebt und wirklich schöne Photos geschossen… selten so „intime“ Aufnahmen von Vindobona geseh’n.
    Es war eine Freude da runter zu scrollen und hier und da bei einem Bildchen zu verweilen. Ich war ja im April wg. meines Sohnes nach ca. 7 Jahren zum ersten mal wieder dagewesen, aber nur 2 Tage, und da kannste nicht viel anschau’n…
    Danke für diesen schönen Beitrag!
    YA

    • Faldrian

      am 05.07.2016 um 12:36

      Vielen Dank für das Lob!\nDas bedeutet mir besonders etwas, wenn es von (ehemals) dort wohnenden kommt. Ich hatte auf Twitter auch eine ähnliche Reaktion von einem Wiener, der dort noch immer wohnt.\nEs ist mir eine große Freude 🙂

  2. Alex

    am 05.07.2016 um 21:49

    Tolle Bilder! Das weckt Erinnerungen an meinen Besuch in Wien vor einigen Jahren. Ich bin damals auch eher abseits der Touristikpfade gewandelt, war bei Bekannten zu Besuch. Ich wünsche dir, dass du es noch einmal schaffst, die Stadt zu besuchen und deinen Eindruck zu vertiefen. Wien ist auf jeden Fall einen zweiten Blick wert 🙂

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