Innradweg: Tag 4, Imst – Innsbruck

Ich war gestern in Imst im Romedihof eingekehrt und hatte beim Abstellen meines Fahrrads meine Sonnenbrille zerbrochen, der eine Bügel war an einer dünnen Stelle gebrochen. Daraus habe ich zumindest gelernt: Bei zwei Packtaschen immer zuerst die abnehmen, die auf der gegenüberliegenden Seite vom Fahrradständer ist. Dann kippt das Fahrrad nicht spontan um.

Ich liebe Jugendherbergen dafür, dass man dort in Kontakt mit anderen Menschen kommt – sei es nun, weil man in einem Mehrbettzimmer ist oder sich abends auf dem Gelände oder morgens beim Frühstück über den Weg läuft. So begegnete ich einem Berliner, der mit seine Freundin zum Klettern in Imst waren. Nach einem kurzen Gespräch und der Erwähnung meiner Sonnenbrille gab er mir etwas von seinem Kletterband, mit dem ich die Brille wieder zusammenkleben konnte.

Dann ging es aber auch schon los, heute stehen 63 km nach Innsbruck auf dem Plan.

Die Strecke war recht unspektakulär, ein paar kleine Unebenheiten gab es, aber eigentlich war nur der konstante Gegenwind zu beklagen, der sogar dafür sorgte, dass ich zum ersten Mal seit Anfang der Tour meine Oberschenkel am Abend spürte.

Oben mal wieder eine kurze Bestandaufnahme vom Inn. So sieht er mittlerweile aus.

Ansonsten sind wir vom Winter komplett im Frühling angekommen und hübsche Gräser säumen den Fahrradweg.

Ein bisschen hübsche Landschaft gab es zwischendurch dann auch…

Und ein paar Skispung/flug-Schanzen (hinter einem alt wirkenden Gebäude…)

Eins meiner Lieblingsbilder und Postkartenkandidaten… ein Kitschbild zum Frühling. 😀

Seltsame Alpenkühe haben sie hier… (daneben stand ein Zirkus)

Sonst war auf dem Weg nichts weiter los und ich bin in der Jugendherberge Innsbruck angekommen (dazu unten mehr, wie immer).

Nachdem ich mich frisch gemacht hatte und wieder ein bisschen an Blogbeiträgen herumgeschraubt habe, bin ich auf der Suche nach Abendessen zu Fuß am Inn und dann an der Sill entlang in die Innenstadt gelaufen.

Die Sonne schien noch gerade so über die Berge und die Wolken blieben an den Bergspitzen hängen.

Auf meinem Weg in die Innenstadt stellte ich fest, dass Innsbruck echt schön ist und ich mir durchaus vorstellen könnte da mal eine Zeit lang zu bleiben. Es hat so viele Einwohner wie Oldenburg, hat die Infrastruktur wie Bremen und zwei hübsche kleine Flüsse hindurchfließen. Die Parkanlagen an der Sill sind auch echt klasse, die Stadt kann sich also sehen lassen.

Den Namen „Grillparzer“ kannte ich bisher nur aus dem Spiel „Wie ich die Welt sehe“ (oder „Wolke“), da es auf einer Antwort-Karte als österreichische Alternative aufgelistet wurde. Hier wurde nun eine ganze Straße nach dem Herrn benannt und es hing eine erklärende Infotafel an einer Wand.Auch sonst hat die Stadt echt einen netten Stadt-Flair irgendwie…

Unterkunft

Die Jugendherberge in Innsbruck hat den Charme einer 70er oder 80er-Jahre Klassenfahrt im Stil von: „So Jungs, um 7 müsst ihr fit sein, dass mir keiner es hier zu bequem hat!“ … ist nur ein vages Gefühl. Die gesamte Aufmachung scheint aus der Zeit zu sein, die Kissen steinhart und unformbar, die Matratzen okay, aber die Betten fest als Stockbetten ins Raumkonzept integriert. Es gibt eine Steckdose, an die mehrere Mehrfachsteckdosen als Notbehelf drangebastelt wurden. WLAN gabs im Foyer, das dafür aber stabil und gut.

Abendessen wurde für Einzelpersonen nicht angeboten, das Frühstück war in Ordnung. Dusche und Sanitär war okay, es war also für den Preis durchaus okay. Trotzdem war ich jetzt nicht so überwältigt, dass ich dort unbedingt wieder hin müsste.

Blick ins Zimmer:

Blick aus dem Fenster:

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