Tropfsteinhöhle

Ich war in der Schillat-Höhle, einer kleinen Tropfsteinhöhle, die für Führungen hergerichtet wurde. Zu Anfang bekam jeder Teilnehmer der Führung einen Helm – nicht unbedingt, weil man ihn für die Höhle bräuchte, sondern vielmehr, weil ein Teil des Exponats im Steinbruch nebenan liegt und der Steinbruch eine Helmpflicht hat.

Wir sind vom Besucherzentrum mit einem Fahrstuhl hinab in die Höhle gefahren. Das erste, was man merkte, war die kühle feuchte Luft. Dort in der Höhle ist es immer um die 8 Grad warm und feucht.

Erst durch den Menschen kam Licht in die Höhle, so dass die Moosbildung ein Nebeneffekt ist, der normalerweise in der Tropfsteinhöhle nicht vorkommt. Es gibt ein bisschen weiter entfernt noch eine andere Höhle, die konserviert bleibt (dort gibt es keine Führungen und nur zwei Mal im Jahr darf sie von Fachpersonal betreten werden) – zum Schluss der Führung haben wir eine 3D-Diashow der Höhle gesehen. 3D war wichtig, denn man sieht auch auf meinen Fotos schon, dass die Höhle mit 2D-Fotografie kaum Wirkung entfalten kann.

Außerhalb der Höhle im Steinbruch gab es unter anderem diesen Stein zu sehen, der gleichmäßige Krater enthält. Die Krater wurden durch herab tropfendes Wasser über viele viele Jahre hervorgerufen („Steter Tropfen höhlt den Stein“). An anderer Stelle waren Steine ausgestellt, die ein Muster hatten wie das Wattenmeer – da war ein Stück Meeresboden versteinert.

Zurück in der Höhle gab es einige Ausstellungsstücke, wie diesen Querschnitt eines Tropfsteins (man konnte Farbscheiben ähnlich zu Jahresringen bei Bäumen sehen, aber auf die Nachfrage hin hieß es, eine Altersbestimmung wäre damit eher nicht möglich). Im Zweiten Bild ist eine Quarz-Druse zu sehen, „Schaumburger Diamant“.


Bei der schummrigen Beleuchtung ist es schwierig auf den Fotos die Orientierung zu behalten. Der Helm stellte sich übrigens als gute Idee heraus, wenn ab und zu waren Steinvorsprünge, wo man keine erwartet hat und man hätte sich sonst den Kopf gestoßen.

Es gab einen größeren Raum in der Höhle, an dem Plastikstühle gestapelt waren. Mehrmals im Jahr kommen Leute mit Wolldecken dort runter und setzen sich für eineinhalb Stunden dort hin und sind leise. Handyempfang gibt es dort unten nicht und selbst bei Sprengungen im nahe gelegenen Steinbruch hört man dort unten nichts – außer dem leisen Tropfen der Tropfsteine.

Hier nochmal ein Überblick von oben durch einen Teil der Höhle fotografiert – nur um einen Eindruck zu bekommen, wie eng es dort teilweise war.

Nach der bereits erwähnten 3D-Diashow ging es wieder zum Fahrstuhl zurück. Dabei kamen wir an einem kleinen Gang entlang, der zu einer aktuell benutzten Ausgrabungsstelle führte. In dieses kleine Loch kriechen die Höhlenforscher hinein und schieben ihr Ausgrabungsmaterial in kleinen Kisten an einem Seil entlang wieder nach draußen. Nichts für Leute, die Angst in engen Räumen haben.

Soviel zur Tropfsteinhöhle. Ich fand es sehr schön, aber schwer auf Fotos einzufangen. Man benötigt das dreidimensionale und das Raumklima (kalt und feucht) um wirklich das Gefühl zu bekommen, in einem Raum zu stehen, der zigtausend Jahre vor sich her gewachsen ist und den man jetzt begutachten darf. 🙂

 

Ein Kommentar zu “Tropfsteinhöhle

  1. Ute

    am 30.08.2017 um 22:38

    Tolle Fotos sind es trotzdem geworden.
    Ich finde solche Höhlen auch sehr spannend, aber auch unheimlich.

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