Smile!

Da ich mich gerade ziemlich mit dem 100 Strangers Projekt beschäftige und das Forum der Flickr-Gruppe durchwühle… bin ich auf dieses Video gestoßen, das einfach nur toll ist und ein wenig zeigt, wie man auch wohl reagieren könnte oder welche Auswirkungen es haben könnte, wenn man eben großartig zueinander ist und jemanden vielleicht etwas geben möchte -- vielleicht der Perspon ihr Portrait schenken möchte.

(Das Video ist natürlich nicht von mir und damit auch nicht CC. Die Details einfach der Youtube-Seite entnehmen.)

Popularitätspyramide

Vorwort: Was ich hier schreiben werde, wird man sicher schon in einigen Büchern lesen können oder lernt man im ersten Semester wenn man irgendwas mit Gesellschaft studiert. Ich will es trotzdem mal eben in eigene Worte fassen.

Das Problem

Wer Internetplatformen wie deviantART, 500px, Flickr oder YouTube besucht – also Platformen, bei denen Benutzer ihre Werke veröffentlichen können – wird feststellen, dass die populären Inhalte von verhältnismäßig wenigen Benutzern erstellt werden. Es gibt Millionen Benutzer auf den Seiten, aber es sind meiner Beobachtung nach immer ein paar wenige hundert oder tausend, die auf der Startseite erscheinen. Weiterlesen

Die Sache mit den Let’s Plays

Das Videoformat „Let’s Play“ ist schon nicht mehr neu (gemessen an der Schrittgeschwindigkeit, die im Internet vorherrscht) und mittlerweile ist einige Zeit vergangen, so dass sich einige Konventionen etablieren konnten und sich einige leidenschaftliche Let’s Player (LPer) mit Durchhaltevermögen herauskristallisieren konnten.

Was ist ein Let’s Play?

Simpel: Jemand spielt ein Videospiel (meistens, gibt aber auch ALLES andere als „Let’s Play“, sucht mal 🙂 ) und erstellt aus dem Videobild, dem Ton des Spiels und seinen eigenen Audiokommentaren (evtl. Webcam, je nach Format) ein Video zusammen. Somit kann man jemandem beim Spielen des Spiels zusehen, als würde man neben ihm stehen – wie in den guten alten ZeitenTM, als man noch dem Kumpel beim Gameboy-Spielen über die Schulter zugeschaut hat.

Die Idee an sich ist gar nicht neu, das machen diverse Spielezeitschriften schon seit Jahren und es gab auch schon lange Speed-Runs und ähnliche Videos, die im Internet veröffentlicht wurden. Neu ist nur, dass die Videos einfach und bequem via YouTube verbreitet werden können und sich dort eine große Zuschauerschaft bildet. Die Folgen der Videos werden oft in 15-45 Minuten lange Abschnitte unterteilt, so dass – wie bei einer Soap-Opera – es jeden Tag ein etwas Neues zu schauen gibt. Da man Kanäle abonnieren kann und so neue Videos bequem angezeigt bekommt, eignet YouTube als Plattform das sehr gut. Weiterlesen

Eat Your Kimchi – Koreanische Kultur mundgerecht verpackt

Ich habe seit 2006 nur sehr selten das deutsche Fernsehprogramm geschaut. Das liegt unter anderem daran, dass ich keinen Fernseher besitze. Aber auch sonst zieht mich kaum etwas, was dort gesendet wird, vor die Glotze.
Das Internet bietet einfach alles an Unterhaltung, was man sich nur wünschen kann – und man darf auch noch selber wählen!

Genug der Einleitung, heute möchte ich eat your kimchi vorstellen. Gestartet ist es als einfacher Videoblog auf Youtube und heute haben sie über 141.002 Abonnenten.

Simon und Martina sind ein junges Ehepaar, das 2008 von Kanada nach Südkorea gezogen ist. Dort haben sie als Englischlehrer in koreanischen Schulen angefangen. Um mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben und das Leben in Korea den Eltern zu erklären, haben sie den Youtube-Kanal gestartet.
Dort gab es anfangs einfache Erklärungen, z.B. was zu tun ist um einen in Korea gültigen Führerschein zu bekommen oder wie man seine Rechnungen bezahlt. Wenn man die Videos vom Anfang schaut, kann man gut den Anpassungsprozess beobachten, wie sie sich mit dem alltäglichen dort auseinandersetzen.

Zusätzlich zu den im Folgenden vorgestellten Formaten haben sie noch ihren Bonuskanal, auf dem Outtakes und das Format TL;DR erscheinen.

How to dance K Pop Style

Weil Simon und Martina beide unterrichten, kommen sie durch ihre Schüler nicht daran vorbei, sich mit K-Pop (koreanische Pop-Musik) auseinanderzusetzen. Das resultiert erstmals 2008 in ihrem Video How to Dance K Pop Style 2008. Seit dem machen sie diese Zusammenfassungen jedes Jahr.

2009 waren einige echt lustige Erklärungen für Tänze dabei. 2010 haben sie ein neues Design für das Video und erscheinen professioneller, denn durch ihre “Music Mondays”-Serie haben sie viel mehr Übung bekommen – das sieht man auch.
In der Ausgabe für 2011 fehlen leider die eingeblendeten Musikvideos. Das macht es sehr schwer, bei den Tämnzen den Kontrast zu den Originaltänzen zu sehen.

Kpop Music Mondays

Seit 2010 haben sie neben den sporadischen Videos, die koreanische Eigenheiten und kulturelle Dinge erklären, das erste regelmäßige Format eingeführt. In der ersten Ausgabe der Kpop Music Mondays erklären sie, dass uns der Montag mit einer Vorstellung eines Musikvideos versüßt werden soll.

Die Music Mondays sind bis heute erhalten und bilden die Haupt-Show der beiden. Ähnlich zu den “How to dance”-Videos wird auch der Tanz in den Musikvideos analysiert, aber darüber hinaus auch die Story unter die Lupe genommen. Zwei ausgewählte Lecherbissen sind der Ursprung des “Rolling down your sexy windows“-Tanzschritt-Memes, das seit dem öfter in den Videos erwähnt wird und eine wahnsinnige Dekonstruktion der Story von JYJ “In Heaven”.

W.T.F. (Wonderful Treasure Find)

Da es in Asien so viele Dinge gibt, die für westliche Kulturen seltsam bis absurd erscheinen, haben Simon und Martina einige dieser Dinge vorgestellt. Teilweise ist echt komisches Zeug dabei, das man als Zuschauer hinterher sogar gewinnen konnte. Hier die erste Folge mit einer kurzen Einführung in das Format.
Dieses Format haben sie in 2011 angefangen, aber gegen Ende des Jahres durch W.A.N.K. ersetzt.

W.A.N.K. (Wonderful Adventures Now Korea!)

Da W.T.F. ein Format war, in dem sie in ihrer Wohnung filmen mussten, fühlten sich Simon und Martina etwas eingeengt. Sie kennen so viele tolle Orte in Südkorea (zumindest erstmal Seoul, wo sie leben), dass sie die gerne zeigen wollten. Also haben sie W.T.F. ende 2011 mit W.A.N.K. ersetzt (Ankündigung des Formats).

Ihr neues Format hat einige Spiel-Elemente drin, in denen die beiden gegeneinander antreten. Unter anderem enthält es eine Challenge, in der schon über Twitter abgestimmt wurde, wer gewonnen hat. Außerdem gibt dieses Format schöne Hintergründe zur Stadt und zeigt, was man so antrifft, wenn man durch Seoul spaziert. Sehr unterhaltsam und eigentlich immer seine Zeit wert.

Im Februar hat Martina sich am Fuß verletzt https://www.youtube.com/watch?v=vAbC7GJMa0s und daher wurde kurzfristig von W.A.N.K. auf F.A.P.F.A.P. (Food Adventure Programm For Awesome People) umgestellt, bis Martina wieder richtig laufen kann. Sie zeigen die gastronomische Seite von Korea und machen mir mit jedem der Videos echt viel Appetit auf tolles Essen… auch weil das Essen wie aus dem Bilderbuch gefilmt ist. Total gemein. 😉

TL;DR (Too Long; Didn’t Read)

Wenn ihr ein Projekt betreibt, bei dem es Zuschauer oder Konsumenten gibt, kennt ihr das Problem. Es werden Fragen gestellt, die zwar schon längst auf der Homepage in der FAQ beantwortet wurden – aber die Leute sind zu faul zum Lesen und stellen sie trotzdem erneut.

Das TL;DR Format beantwortet einige ausgewählte Fragen nochmal direkt im Video. Simon und Martina erzählen z.B. was sie für Angewohnheiten übernommen haben oder wie es mit der Homosexualität in Korea bestellt ist.

K Crunch

Da Simon und Martina gerne mehr aus der K-Pop Welt zeigen wollten, haben sie Mitte 2011 mit K Crunch angefangen. Das ist ein monatliches Format gewesen (ist nur Juli – November gelaufen), in dem einige Lieder vorgestellt wurden.

Spannender finde ich die Neuauflage des Formats im Februar 2012.
Sie haben entdeckt, dass Youtube Playlisten anbietet und nutzen das nun, um drei Mal in der Woche Musik vorzustellen (Erste Ausgabe und Erklärung des Formats).

In jeder dieser Playlists wechseln sich Moderationsteile mit den vorgestellten Liedern ab. So hat man beim Durchschauen der Playlist das Gefühl der guten alten Musikfernsehen-Zeit, als MTV noch toll war und existierte. Außerdem können die Zuschauer Videoantworten machen und Lieder vorschlagen, die dann vielleicht vorgestellt werden.

Da es nicht selten vorkommt, dass Musikvideos verlinkt werden, bei denen Youtube mit einem freundlichen Hinweis auf eine Verwertungsgesellschaft das Video verweigert, empfehle ich eins der üblichen Hilfsmittel zu benutzen um doch entspannt zuschauen zu können.

Das war meine Vorstellung des Eat Your Kimchi-Projekts – ich hoffe es hat euch gefallen und einen kleinen Wegweiser durch die Produktion von Simon und Martina gegeben. Da ich das seit einigen Jahren intensiv verfolge wollte ich hiermit auch einfach mal niederschreiben, was sie alles tolles machen. 🙂

Eins noch! Ein extrem schönes Video, das man schauen könnte, wenn man die beiden lieb gewonnen hat ist ihre Videodokumentation von einem Überraschungsbesuch bei ihren Eltern in Kanada. Die Momente, wenn die Eltern ihre Kinder erkennen sind einfach göttlich und rührend.